Papst Franziskus – sein liebstes Gemälde

Caravaggio – sein Gemälde mit dem Titel «Die Berufung des heiligen Matthäus»

“ (….) als ich nach Rom kam, habe ich in der Via della Scrofa gelebt. Von dort aus besuchte ich oft die Kirche San Luigi dei Francesi und habe das Gemälde «Die Berufung des heiligen Matthäus» von Caravaggio betrachtet.”

Dieses Lieblingswerk von Papsr Franziskus hat eine tiefe und bewegende Bedeutung.

Die Geschichte des heiligen Matthäus ist bekannt: Als Zöllner in der antiken Hafenstadt Kafarnaum wurde er von den Juden verachtet, da er im Dienst der römischen Besatzungsmacht die Steuern eintrieb. Es wird gesagt, dass Jesus, der neben Matthäus wandelte, ihm nur «folge mir» zurief, und der zukünftige Apostel stand auf und folgte ihm. Die Geschichte symbolisiert die Erlösung von der Sünde der Gier. Matthäus wurde ein Apostel und Evangelist – ihm verdanken wir das Matthäus-Evangelium.

Papst Franziskus kommentiert das Bild wie folgt:
“ (…) in der Malerei bewundere ich Caravaggio: Seine Leinwände sprechen zu mir. Es ist Matthäus’ Geste, die mich trifft: Er schnappt sich sein Geld, als ob er sagen würde: Nein, nicht ich! Nein, das Geld gehört mir!
Seht, das bin ich: ein Sünder, dem der Herr die Augen zugewandt hat.”

Nicht alle Rombesucher wissen, dass einige der berühmtesten Werke von Caravaggio aber auch jene von Michelangelo in der Ewigen Stadt kostenlos zu besichtigen sind.

San Luigi dei Francesi (Nationalkirche der Franzosen) – Frontansicht

LOCALIKE Tipp
✪ Besuchen Sie neben der Kirche San Luigi dei Francesi auch die in unmittelbarer Nähe liegende Kirche Sant’Agostino, in der es ein weiteres Werk von Caravaggio zu bestaunen gibt.


Der Petersplatz und seine Sandkrippe

Sandkrippe vor dem Petersplatz – Gesamtbild mit Weihnachtsbaum

Bei der Weihnachtskrippe 2018 handelt es sich um eine imposante und spektakuläre Sandskulptur, die sich auf einer Fläche von etwa 25 m mit einem Flachrelief von 16 m Länge, 5 m Höhe und 6 m Tiefe erstreckt.

Sie wurde aus dem goldenen Sand des Strandes von Jesolo, der ursprünglich aus den Dolomiten stammt, von vier von der Stadt Jesolo ausgewählten Bildhauern gemeisselt und vom Patriarchat von Venedig dem Papst geschenkt. Der Sand aus Jesolo, mit dem die Geburt Christi geschaffen wurde, ist «ein armes Material, das an die Einfachheit, Kleinheit und sogar Zerbrechlichkeit erinnert, mit der sich Gott bei der Geburt Jesu in der Unsicherheit von Bethlehem gezeigt hat», erklärte der Patriarch.

In Jesolo ist es seit 17 Jahren Tradition, Sandkrippen zu bauen.

Das Team der Bildhauer nennt sich «Sultane des Sandes» und besteht aus einer niederländischen Bildhauerin, einem russischen und tschechischen, koordiniert vom Amerikaner Varano. Die Niederländerin Susanne Ruseler formte die Hirten und Tiere auf der linken Seite der Szene. Der Russe Ilya Filimontsev erschuf den zentralen Kern der Heiligen Familie und des Engels, während der Tscheche Radovan Zivnyha die Gesichter und Gewänder der Drei Heiligen Könige auf der rechten Seite der Szene schnitze. Der Sand wurde mit Wasser gemischt und mit speziellen Maschinen in hölzernen Schalungen verkittet, um von den Bildhauern verarbeitet zu werden.

Sandkrippe vor dem Petersplatz – Heilige Familie

 

Sandkrippe vor dem Petersplatz – die Drei Heiligen Könige

Der 23 m hoheWeihnachtsbaum an der Seite des Krippenkunstwerkes, eine Rotfichte, ist ebenfalls ein Geschenk aus der Region Friaul Venezia Giulia und kann gemeinsam mit der Krippe traditionell bis zum 13. Januar 2019 bewundert werden.

Frohe Festtage / Buon Natale wünscht das LOCALIKE Roma Team.


Neues Leben im alten römischen Palazzo

  • Palazzo Rhinoceros – Raumausstattung

 

Der Luxusbrand Fendi investierte in den letzten Jahren mehrfach in das Kulturerbe von Rom. Erinnert sei an die Renovierung des Trevi-Brunnens und des Palazzo della Civiltà Italiana im Stadtteil EUR mit der gleichzeitigen Verlegung des Firmensitzes dorthin. Aber auch die Eröffnung des Flagshipstores im Herzen Roms mit der Baumskulptur des Künstlers Giuseppe Penone ist zu erwähnen. Beim neuesten Projekt, dem Palazzo Rhinoceros wirken alte und zeitgenössische Kunst zusammen, die interessante Impulse für die Stadt versprechen.
Den Palazzo aus dem 17. Jh., nur wenige Schritte von der Bocca della Verità entfernt, direkt unter dem Palatin Hügel, wo Rom einst der Legende nach gegründet wurde und die römischen Kaiser lebten, hatte Alda Fendi bereits 2012 gekauft. An dieser symbolträchtigen Stelle verwandelte der französische Stararchitekt Jean Nouvel in Zusammenarbeit mit Alda, eine der 5 Töchter des weltweit bedeutendsten italienischen Luxusmodemarken-Firmengründers den verfallenen Palast in einen Kultur Hub. Zeitgenössische Kunst und antike Geschichte stossen hier aufeinander. Das Gebäude wurde in jahrelangen Arbeiten aufwendig restauriert. Teile der ursprünglichen Stiegen, Fliesen und Wandmalereien kommen in den Appartements mit Spiegeln effektvoll zur Geltung. Neue Materialen, wie Glas, Stahl und Zement bilden einen Gegenpol.
Als Demonstration ihrer Liebe zu Rom ist dieses neue Projekt von Alda Fendi zu verstehen. Sie möchte damit der Stadt ihrer Geburt und der Stadt, in der die Geschichte des Unternehmens der Familie Fendi ihren Anfang nahm, etwas zurückzugeben.

Palazzo Rhinoceros – Innenhof

Name Palazzo Rhinoceros
Der sechsstöckige Palast mit einer Fläche von 3‘500 m2 trägt den Namen Rhinozeros als eine Huldigung an die anhaltende Stärke und Macht Roms mit Verweis auf die Antike. Im ersten Bestehungsjahr des neuen Kulturzentrums soll das Thema Nashorn immer wieder auftauchen. Als Symbol wurde ein lebensgrosses, surreales Modell eines Nashorns aus Glasfaserkunststoff des Bühnenbildners Riccardo Buzzanca, der bereits mit Martin Scorsese und Werner Herzog zusammengearbeitet hatte, direkt unter dem Janusbogen aus dem 4. Jh. und bei der mittelalterlichen Kirche San Giorgio in Velabro installiert. Alda Fendi beauftragte den oscarpreisgekrönten Kameramann Vittorio Storaro und seine Tochter Francesca, den Bogen als weiteres Geschenk an die Stadt effektvoll zu beleuchten.

Palazzo Rhioceros – Janusbogen mit effektvoller Beleuchtung

ROME, ITALY – OCTOBER 10: A general view at Fondazione Alda Fendi Esperimenti – Jean Nouvel – Rhinoceros on October 10, 2018 in Rome, Italy. (Photo by Ernesto S. Ruscio/Getty Images for Fondazione Alda Fendi Esperimenti)

 

Innenleben des Palazzo
25 Appartements schuf und gestaltete Jean Nouvel, indem er «die Schichtung der Epochen», wie er es nennt, beibehielt. Eigens entworfene, essenzielle Möbeln und moderne Küchen- und Badkomponenten bilden den Kontrast. Unter «The Roomes of Rome» können 24 davon für einen Aufenthalt zwischen drei Tage und drei Monate gebucht werden. Auf diesen Stockwerken bieten sich ebenfalls Ausstellungsräumlichkeiten an. Ein Appartement bleibt der Fendi Stiftung zur Verfügung. Das letzte Stockwerk nimmt das neue Restaurant Caviar Kaspia mit einem berauschenden Rundumblick ein.

Fondazione Alda Fendi Esperimenti
Im Erdgeschoss ist die Kulturstiftung untergebracht, die innovative kulturelle Experimente in einer Reihe von Ausstellungsräumen ermöglicht. Die Räumlichkeiten sollen sich im Sinne von Alda Fendi von anderen abheben, der Kunst Freiheit schenken und künstlerische Medien untereinander mischen.
Durch eine dreijährige Partnerschaft mit der Eremitage in Stankt Petersburg wird einmal jährlich ein besonderes Kunstwerk aus deren bedeutenden Sammlung zur Verfügung gestellt. Seit dem 15. Dezember 2018 bis zum 10. März 2019 ist nun zum ersten Mal in Rom die marmorne 54 cm hohe Statue des «Kauernden Knaben» von Michelangelo kostenlos im Palazzo zu bestaunen. Sie soll Teil des niemals vollendeten Grosswerkes von Michelangelo, dem Grabmal von Julius II sein.

• Besichtigung nur nach Anmeldung
• Eintritt kostenlos täglich von 10:00 bis 19:00


Fornasetti – Ausstellung in Rom

Fornasetti – Frauengesicht

Das 20-jährige Jubiläum der Öffnung für das Publikum feiert der Palazzo Altemps in Rom mit der spektakulären Ausstellung, welche dem italienischen Maler, Bildhauer, Kunsthandwerker, Innenarchitekten und Designer Piero Fornasetti (1913-1988) huldigt.

Der vielseitige und fleissige Fornasetti schuf mehr als 11’000 Kunstobjekte. Sein Markenzeichen wurde das Frauengesicht, welches er in der Serie Thema und Variationen immer wieder verwendete.

Barnaba Fornasetti, Sohn von Piero hat diese Ausstellung arrangiert und 800 Originale wirkungsvoll in den Freskengeschmückten Sälen zwischen antiken Statuen im Parterre und ersten Stock in Szene gesetzt. Möbel, Paravents, Tabletts, Teller usw. zeugen von der Kreativität des Meisters und des Ateliers Fornasetti in der Produktion aus den 30er Jahren bis heute.
Der Kontrast zwischen Antike und Design erzeugt eine faszinierende Spannung.

Wo – Palazzo Altemps, Rom
Wann – bis zum 6. Mai 2018

Fornasetti – Innenhof Palazzo Altemps


Der antikste Stadtteil Roms – Monti Rione I

Monti und seine verschlungenen Gassen

Beinahe jeder Rombesucher hat schon direkt oder indirekt von Monti gehört und will dorthin – in das quirlige und trendige Dorf, wo noch nachbarschaftliche Beziehungen gepflegt werden. Kaum eine ausländische Zeitung, die nicht über diese Gegend berichtet und Monti als den Geheimtipp schlechthin verkauft. Aber auch römische Zeitungen wie Il Messaggero schwärmen in den höchsten Tönen von diesem Kleinod: «Nicht Trastevere oder der Campo de’ Fiori geben den Ton an, sondern Monti mit seinen originellen Shopping-Gelegenheiten, den Bio-Läden, alternativen Restaurants und edlen Vinotheken». Und wir von LOCALIKE sind ebenfalls der Meinung, dass dieses Viertel lobende Zeilen verdient. Heute gilt Monti als eines der beliebtesten Wohnviertel der Stadt. Das einstige Arbeiter- und Rotlichtviertel mutierte in den letzten Jahren zum hippen Stadtteil. Verwinkelte enge Gassen, bescheidene Häuser, alternative Werkstätten sowie viele, kleine und schicke Lokale prägen es. Häufig treffen Sie die unabhängigen Designer, die von der Vintage-Mode inspiriert sind persönlich an. Der ehemalige italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano lebt nach seinem Rücktritt aus Altersgründen im Januar 2015 wieder in «seinem» Viertel Monti. Diese spezielle Quartiers-Atmosphäre wurde von Regisseuren auch häufig als Schauplatz für ihre Filme verwendet und viele von ihnen leben oder lebten selbst in Monti.

Monti und seine Vergangenheit
Um Monti ranken sich Geschichten und Legenden. Kein anderes Viertel kann sich einer solchen Vielfalt an historischen, archäologischen und architektonischen Zeugnissen rühmen, welche von der Antike über das Mittelalter, die Renaissance und das Barock in die zeitgenössische Epoche reichen: 2‘500 Jahre Geschichte auf 1,6 km.
Monti, das älteste der 22 Rioni, gleich hinter dem Forum, umschliesst heute die Hügel Esquilin sowie Viminal und reicht von der Piazza Venezia bis zum Lateran. In antiker Zeit entsprachen die Grenzen des heute noch weitflächigen Rione jenen der Stadt. Später gingen daraus weitere Rioni hervor. Monti wurde 1743 unter Papst Gregor XIV zum Stadtteil ernannt und 1874 unterteilt, um den Rione Esquilino entstehen zu lassen. Schliesslich erfolgte 1921 eine weitere Unterteilung mit dem Esquilino, Castro Pretorio und Celio. Eine erneute Veränderung der Grenzen in den Jahren 1924 und 1943 brachte die Schaffung der breiten Via Cavour mit sich. Sie ist einer der gewaltigsten städteplanerischen Bausünden. Anstelle der ursprünglichen Via Graziosa riss die Via Cavour eine unübersehbare Schneise in die Stadt. Dadurch wurde die territoriale Homogenität der antiken Suburra Romana zwar gebrochen, doch blieb ein Labyrinth von schmalen Gässchen und Strassen, welche fast immer leicht ansteigen bzw. abfallen. Dazu gesellen sich so manche Treppen.
Im antiken Rom war es das «Suburra» (unterhalb der Stadt), das Elendsviertel üblen Rufs und eines der ältesten Wohngebiete. Zu dieser Zeit standen die Bürgerhäuser in Monti Schulter an Schulter mit verruchten Bordellen und den «Insulae», den Wohnungen für das einfache Volk. Cesare wurde in dieser Armen-Leute-Gegend geboren und Nero liebte es in den dunklen Gassen inkognito zu spazieren. Der Übertritt zum Christentum gesamter Familien, Gebete, die Sammlung von Reliquien, die ersten heimlich vom Heiligen Petrus gefeierten Messen sollen hier stattgefunden haben.
Erst Jahrhunderte später halten die Päpste Einzug. Sie liessen zwischen Bettlern, Prostituierten, Kupferschmieden und Wirten auf den Hausaltären der ersten Christen Kirchen und Klöster errichten. Noble Herrschaften, die vermischt mit dem einfachen Volk in Monti wohnten, finanzierten hohe Türme und prachtvolle Paläste. Im bevölkerungsarmen Mittelalter wucherten im Viertel Gärten und Weinberge. Erst nach der Einigung Italiens 1870 wurde es wieder zu einem dicht besiedelten Viertel.

Nicht zu übersehen, die mächtigen Türme und prachtvollen Paläste.

Nicht zu übersehen, die mächtigen Türme und prachtvollen Paläste.

 

Von der Via Baccina aus ist die antike Brandmauer, die das Forum von der Suburra trennt. Die Marmorsäulen gehören zum Marstempel des Foro Augusto.

Von der Via Baccina aus ist die antike Brandmauer sichtbar, die das Forum von der Suburra trennt. Die Marmorsäulen gehören zum Marstempel des Foro di Augusto.

 

Wappen des Rione Monti
Drei grüne Hügel mit drei Gipfeln auf silbrigem Untergrund stellen drei der sieben Hügel Roms dar, die ursprünglich zum Rione Monti gehörten. Celio, Viminale und Esquilino erklären auch den Namen «Monti» (Berge). Sie sind zum Symbol des Wappens des Viertels geworden. Charakterisiert wird Monti tatsächlich durch das steile Auf und Ab.

Kuriosum
Die Bewohner des Rione Monti kennzeichnete ehemals sogar ein eigner Dialekt, welcher sie von jenen anderer Stadtteile unterschied und ihnen eine eigene Identität verlieh. Zu ihren Rivalen zählten vor allem die Trasteverini, die Bewohner des Rione Trastevere, welche auf der anderen Seite des Tibers, einst fern dem Stadtzentrum, lebten.

Kulturelle Highligts in Monti aus den unterschiedlichen Epochen
Kein anderer Stadtteil Roms verfügt über eine so grosse Anzahl an kulturellen Perlen wie Monti. Die rund 50 Kirchen, darunter die Kleinode S. Clemente, S. Stefano Rotondo, S. Prassede, S. Giovanni in Laterano, S. Pietro in Vincoli mit der Moses-Statue von Michelangelo und die Barockjuwelen Sant’Andrea al Quirinale und S. Carlino alle Quattro Fontane stellen nur einen Teil dieser kulturellen Highlights dar. In einer unzähligen Reihe von archäologische Schätze seien erwähnt die Foren der Nerva, des Domiziano, des Vespasiano, des Augustus, des Trajan, die Cäsarforen und die Augustusforen, die Traijansmärkte, die Domus Aurea – Haus des Nero (spektakuläre Besichtigungen sind wieder möglich), die Trajansthermen – eine der grössten Thermalanlagen der Antike, Reste von antiken Aquädukten und Teile der Servianischen und Aurelianischen Mauern, Mythräen, Türme, Tempel, drei Stadttore usw. Museen, Gärten und spektakuläre, historische Aussichtsterrassen, Obelisken Statuen, Säulen, kleine Kapellen, Innenhöfe, Kreuzgänge und Brunnen sollen nicht vergessen werden… ganz zu schweigen von den zahllosen charmanten Plätzen, Treppen und versteckten Treppchen.

LOCALIKE Tipp
Monti ist nicht nur eine unerschöpfliche Ansammlung von Kunst- und Kulturschätzen, sondern wirklich das perfekte Ziel für alle, die gerne in winzigen ausgefallenen Geschäften stöbern. Verpassen Sie es nicht, sich Ihr persönliches Reiseprogramm durch LOCALIKE erstellen zu lassen – damit Sie Monti in vollen Zügen geniessen und wie ein Einheimischer erleben – like a local!

In Monti wimmelt es von ausgefallenen Independent-Shops.

In Monti wimmelt es von ausgefallenen Independent-Shops.


Zwischen Rom und dem Himmel – «La Nuvola» die neue Architektur-Ikone

Das neue Kongresszentrum in Rom – Aussenansicht

Das neue Kongresszentrum (Roma Convention Center) des Stararchitekten Ehepaars Doriana und Maximilian Fuksas wurde am 29.10.2016 im Viertel EUR, das im südlichen Teil der Stadt liegt, offiziell eröffnet. Es erhielt bereits im Jahr 2012 den begehrten Preis «Best Building Site des Royal Institute of British Architects».

Idee
Der Auftrag bestand darin, ein in die zukunftweisendes Bauwerk für ein seit Jahrzehnten fehlendes Kongresszentrum zu schaffen. Die Ausgangsidee bezog sich auf einen immensen Tropfen, der sich in eine Art gigantischem Glas-Schaukasten gepackt, lediglich auf drei Punkte mit 26‘000 Pfählen stützt. Im Inneren wirkt die Transparenz des Raumes. Tagsüber von aussen praktisch unsichtbar, leuchtet der Tropfen weiss und scheint aus seinem Glaskäfig ausbrechen zu wollen.

Kontext
Das Kongresszentrum soll nicht nur für Rom neue Impulse als wettbewerbsfähige Kongressstadt setzen, sondern das Viertel EUR zusätzlich als Business-Distrikt hervorheben. Geplant und benannt wurde dieser Stadtteil nach der «Esposizione Universale di Roma», die Römische Weltausstellung, welche 1942 unter dem Motto einer «Olimpiade della Civiltà» (Olympiade der Kulturen) stattfinden sollte. Das kolossale Ausstellungsgelände wurde in den 50er Jahren zu einem modernen Quartier ausgebaut. Geblieben sind die auf streng rechtwinkeligem Strassengrundriss errichteten monumentalen, mit Travertin verkleideten Gebäude, die Macht und Grösse als Symbole des Faschismus demonstrieren. Das neue Kongresszentrum befindet sich unweit des 2015 restaurierten und zum Sitz des Modehauses Fendi umgewandelten «Colosseo Quadrato», auch «Palazzo della Civiltà Italiana» oder «Palazzo della Civiltà del Lavoro» genannt. Es ist eines der bedeutendsten Bauwerke aus der faschistischen Zeit.

Zahlen
Vorausgegangen sind 18 Jahre heftige Diskussionen, zahllose Ablehnungen, im Laufe der Bauarbeiten 12 darauf folgende Projekt-Varianten, unglaubliche Verspätungen und immerwährende Polemik um den Bau. Ausgeschrieben wurde der internationale Wettbewerb im fernen 1998. Mit den Arbeiten begann man im Jahr 2008. Insgesamt hat das Projekt einen Betrag von mehr als EUR 360 Mio. verschlungen. Doch hoffnungsvolle Optimisten erwarten durch den Kongress-Tourismus für die Stadt jährliche Einnahmen von sage und schreibe EUR 350 Mio.
Im Inneren des 42‘000 m2 grossen Glas-Stahl-Schaukastens (70 x 175 m und 40 m hoch) befinden sich im unteren Geschoss die 16 Kongresssäle, die bis zu 6‘000 Personen fassen. 42‘000 Glas-Paneele filtern das Sonnenlicht. Das Mezzanin des Business Centers, das «Livello Forum» beherbergt auf 6‘000 m2 einen polyvalenten für Events geplanten Bereich, welcher unter dem Auditorium, der sog. Wolke aus 13‘800 m2 weissem Glasfiebergewebe liegt. Das Projekt und die Ausführung der Glasfieber-Wolke ist «Made in Italy». Mit ca. 18‘000 Tonnen verarbeitete man fast drei Mal so viel Eisen und Stahl, wie für die Erstellung des Eiffelturms nötig war. 25‘000 Tonnen Travertin wurden verwendet und 19‘000 m2 Parket verlegt. Für das Auditorium wählte der Architekt 4‘725 Holzpaneele aus amerikanischer Kirsche. Den farblichen Akzent schenken 1‘725 orange Polstersessel. 7‘200 Beleuchtungskörper schaffen Licht und 28 Lifte, davon 8 Panoramalifte, 13 Rolltreppen und 2 Förderbänder sorgen für den Transport. Im Kongresszentrum ist zudem ein Luxushotel mit 439 Zimmern untergekommen.

Name
Seit Jahren wird das Bauwerk allseits unter dem Namen «La Nuvola di Fuksas» (die Wolke von Fuksas) gehandelt. Doch das Architektenpaar wollte ihrem Werk diesen ihrer Auffassung nach zu banalen Namen nicht zukommen lassen. Ein lancierter Ideen-Wettbewerb sollte Abhilfe schaffen, um im Zuge der Eröffnung einen neuen, offiziellen Name zu verkünden. Mysteriöserweise erwähnte bei der feierlichen Zerimonie niemand den Wettbewerb und so blieb es, wie könnte es anders sein, bei «La Nuovola» – Ausdruck für Magie und Leichtigkeit!

LOCALIKE Tipp
✪ In unserem PERSONAL kreieren wir Ihren Architektur-Spaziergang im Viertel EUR oder zu den weiteren neuen Architektur-Ikonen Roms. Kontaktieren Sie uns, wir helfen gerne weiter.

Das neue Kongresszentrum in Rom – Innenansicht

 

Das neue Kongresszentrum in Rom – in der Nacht


«Fontana di Trevi» – in Zahlen (Teil 2)

Ein besonders Vergnügen für kleine und grosse Zahlenfreaks, Tierliebhaber und Pflanzenkennerinnen – die «Fontana di Trevi» in Rom präsentiert sich auch als Suchbild.

3   Baujahre waren nur allein für die Brunnenfassade nötig

4   verschiedene Steine wurden für den Bau verwendet – Travertin, Brekzien (Sedimentgesteine aus Kalksteintrümmern), Carrara Marmor und grauer Marmor

5   Päpste waren während der Umsetzung des Trevibrunnens im Amt – Urbano VII Barberini (1623-1644), Benedetto XIII Orsini (1724-1739), Clemente XII Corsini (1730-1740), Benedetto XIV Lambertini (1740-1758), Clemente XIII Rezzonico (1758-1769)

6   Meter misst die Skulptur des Ozeans (Oceano) – Gott der Weltmeere

6   verschiedene Tiere werden auf den Klippen dargestellt – Eidechse, Smaragdeidechse, Schnecke, Schlange, Adler, Pferd

8   Jahre dauerte die Konstruktion der Klippenlandschaft

17 Monate dauerte die Restaurierung der Brunnenanlage (05.06.2014 bis 03.11.2015)

19 km beträgt die Länge des Aquädukts (Aquedotto Vergine) zur Wasserspeisung des Brunnens

21 Pflanzenarten werden auf der Felslandschaft dargestellt – Akanthus, Aronstab, Baumerdbeere, Schilf, Wasserpflanzen, Weinblätter, Kapern, Distel, Artischocke, Kohl, Kürbis, Efeu, Lorbeer, Echte-Gundelrebe, Spitzwegerich, Immergrün, Taxus, Feige, Ciambrusco (Weintraube), Eiche und Fetthenne

24 Fenster öffnen sich auf der Brunnenfassade (rechts befindet sich auch ein gemaltes Fenster)

30 Jahre waren notwendig, um den Brunnen zu bauen (1732-1762)

32 Meter misst die Brunnenkonstruktion an der Spitze des Wappens von Papst Clemens XII

33 Zentimeter hoch sind die Bleibuchstaben der Inschrift «Clemente XII» in der Mitte der Dachterasse

49 Meter misst die Brunnenfassade in der Breite

56 Zentimeter hoch ist die vergoldete Kupferinschrift «Benedetto XIV» auf dem Sims

150 Liter pro Sekunde werden gepumpt, um die Düsen des Springbrunnens zu versorgen

157 Metalldübel stützen die Skulpturen

175 Steinblöcke wurden für die Skulpturen verarbeitet

2’200 Liter umfasst die Wassermenge an der Quelle des Aquädukts Vergine

177’000 «Scudi», die damals gültige Währung, kostete die Errichtung des Brunnens

300’000 Liter Wasser fasst das Brunnenbecken

1 Mio. Euro werden etwa jährlich aus dem Brunnen gefischt und sind «exklusives Eigentum» der Gemeinde, welche das Geld derzeit der Caritas zur Verfügung stellt

2,18 Mio. Euro kostete die am 03.11.2015 abgeschlossene Renovierung des Brunnens
 

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Fontana di Trevi in Rom mit dem Gott der Weltmeere Ozean

 

Fontana di Trevi in Rom mit Frontansicht

 

Fontana di Trevi in Rom mit Pflanzendetails

Wer suchet, der findet … Viel Spass wünscht das LOCALIKE Roma Team.