Monthly Archives: November 2018

  • Weihnachtsstimmung in Rom

    Weihnachtsbeleuchtung in der Via Condotti

    Traditionell wird Ende November in der Altstadt von Rom die Weihnachtsbeleuchtung mit einer feierlichen Parade der Musikkapelle der Carabinieri zuerst in der berühmten Via Condotti mit Blick auf die Spanische Treppe eingeschaltet.

    Einweihung der Weihnachtsbeleuchtung mit der Musikkapelle der Carabinieri

    Rom gehört nicht zu den Städten mit schlichtem, eleganten Weihnachtsdekor. Bunt und üppig oder wild funkelnd lautet die Devise. Auch die diesjährige Wahl des Lichterschmucks in der Luxus-Shopping Meile trifft wieder den südländischen Geschmack. Unter dem Motto «Cartoon Christmas Lights» glitzern da nun zwischen den Kronleuchtern, gesponsert vom italienischen Herausgeber der WarnerMedia TV Kanäle Carton Network und Boomerang Tom & Jerry, Tweety & Silvester sowie andere bekannte Trickfilmhelden bis zum 10. Januar.

    Weihnchstbeleuchtung in der Via Condotti – Tom darf nicht fehlen

    So folgen diese populären Figuren dem in den letzten Jahren von Bulgari und davor Mercedes gesponsertem Weihnachtsschmuck. Roms Altstadtzentrum läd auf diese Weise zum Weihnachts-Bummeln mit Kindern ein.

  • Metrostation S. Giovanni – Museum im Untergrund

    Metrostation S. Giovanni mit seinen Prunkstücken

    Die Museum-U-Bahnstation S. Giovanni, der vor wenigen Monaten eröffneten Metrolinie C bietet die Gelegenheit eine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen.

    Die etwa 10 Jahre dauernden Grabungen haben die Erforschung einer Bodenschichtung von 27 m ermöglicht. Die Ausgrabungen brachten auf 3 Ebenen und dem Strassenniveau, viele davon in unmittelbarer Nähe der Aurelianischen Mauern, entlang des Verlaufs der ursprünglichen Via Tuscolana, zahlreiche interessante Funde ans Licht. In einer eindrucksvollen Ausstellung werden verschieden Funde wie Muscheln aus der ersten und mittleren Kaiserzeit, grosse Amphoren aus dem 1. und 2. Jh. n. Chr., bearbeitete Werkzeuge aus Knochen und buntes Geschirr der Neuzeit und Gegenwart präsentiert.

    Metrostation S. Giovanni – das Museum im Untergrund

    Abgang zur Metrostation S. Giovanni

    Beim Abstieg zum Bahnsteig wird die Geschichte Roms in 2 Jahrtausenden und in 21 Lebensphasen wachgerufen. Entlang des Atriumgeschosses, das unabhängig von der Nutzung der U-Bahn zugänglich ist, erzählen die Funde die tausendjährige Geschichte des Gebietes. Eine weitere Ebene widmet sich einem grossen Bauernhof, der 1. Jh. n. Chr. mit dazumal modernster Technologie Pfirsiche produzierte, die kurz zuvor aus Persien auf den römischen Märkten eingeführt wurden. Noch weiter zurück in den Jahrhunderten gab es in diesem Gebiet einen grossen See. Entlang der Bahnsteige bildet ein zartes Fresko auf Glaswänden die ursprüngliche Umgebung ab, in der es keine Menschen gab. Inmitten der dichten Vegetation erscheint ein heute ausgestorbener Wildelefant.

    Jeder historischen Epoche ist eine Farbe zugeordnet, welche die Abfolge und Überlappung der historisch-geologischen Schichten hervorhebt. Die chromatischen Tonalitäten, mit denen die Funde dargestellt sind, zeugen von ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten historischen Phase.

    Zwei weitere Museums-Stationen folgen: die von Amba Aradam und Fori Imperiali. In der ersten haben die Ausgrabungen das sog. «Haus des Kommandanten» ans Licht gebracht, eine Domus, die mit den Schlafräumen der unter Trajan erbauten und später unter Hadrian modifizierten Kaserne verbunden war. Es wird geschätzt, dass die Eröffnung der beiden Metrostationen im Jahr 2022 erfolgen könnte.

    Derzeit sichtbare Metrostation S. Giovanni Linie C:
    • Wo – Largo Brindisi-Angolo Piazzale Appio, in der Nähe der Aurelianischen Mauer, die an die Basilika San Giovanni in Laterano angrenzt.
    • Eintritt – mit einem Metro bzw. Bus-ATAC-Fahrschein für € 1,50

  • Schickes Wohnen im grünen Rom

    Monteverde uns seine Villini

    Monteverde bedeutet wortwörtlich «grüner Berg», und «Vecchio» bezieht sich auf den alten, ursprünglichen Teil des Wohnviertels. Dieses dehnt sich auf einem etwa 75 m hohen Tuffsteinhügel rechts vom Tiber auf den westlichen Ausläufen des Gianicolo Hügels aus. Das Quartier heisst offiziell auch Gianicolense.

    Im 17. Jh. wurde durch die Zusammenlegung mehrerer Weinberge die Villa Doria Pamphilj, heute der grösste öffentliche Park Roms, nördlich des Stadtteils errichtet.

    Monteverde und deine grüne Umgebung

    Das Viertel ist reich an Geschichte, Natur und Architektur. So war das Gebiet Schauplatz der dramatischen Ereignisse bei der Verteidigung der Römischen Republik im Jahr 1849 und bis vor einem Jahrhundert noch offenes Land mit Vorstadtvillen, Weinbergen und Bauernhäusern.

    Auf Basis des Allgemeinen Städtebauplans von 1909 erfolgte Anfang des 20. Jh. die erste Urbanisierung und bauliche Erweiterung von Monteverde Vecchio mit ein- bis zweistöckige Villen im Jugendstil und Art Deco, sog. Villini und ihren Gärten.

    In den 30er Jahren folgen höhere Gebäude und eine dichtere Bebauung, um den neuen Wachstumsbedürfnissen der Stadt in einem glücklichen Nebeneinander verschiedener Bauarten gerecht zu werden.

    Während des Faschismus setzte sich der Bau mit hohen Wohnhäusern für die Arbeiterklasse fort und das Viertel weiterte sich auch zum moderneren Monteverde Nuovo.

    Monteverde Vecchio, das zwischen steilen Treppen mit zahlreichen herrlichen Ausblicken auf Rom, der Rückzugsort vieler Grössen der italienischen Literatur wie Pier Paolo Pasolini oder Carlo Emilio Gadda war, gilt heute nicht nur als beliebter Filmschauplatz, sondern auch als schicke Wohngegend.

    Monteverde und seine Treppen

  • Pizza al taglio – das römische Street Food par excellence

    Pizza al Taglio und die Kilopreise

    Traditionell oder Gourmet, am Blech (in teglia) oder auf der Pizzaschaufel (alla pala) knusprig gebacken, hoch oder niedrig, am besten aus einem bekömmlichen, lang (48-72 Stunden) gegärten Teig mit wenig Hefezusatz, evtl. aus antiken Getreidesorten.

    Varianten gibt es viele. Das rechteckige oder quadratische Stück Pizza stillt den kleinen Hunger zwischendurch oder kann bei den Einheimischen auch als Mittagsimbiss durchgehen. Genossen wird sie stehend im oder meist auch vor dem Laden, als typisches «cibo di strada» (Street Food).

    Pizza al Taglio und seine Auswahl

    Der Preis geht nach dem Gewicht und wird in Gramm oder Kilo angegeben.

    Die Legende besagt übrigens, dass einige Bäcker aus Terni, die nach Rom zogen, diese Backblechpizza (pizza a teglia) nach dem Ersten Weltkrieg (wie sie bis in die 1960er/1970er Jahre genannt wurde) erfanden. Das Pizzabrot wurde in Eisen- oder Kupferblechen gebacken, mit Mozzarella und Tomaten belegt, in Rechtecke der gewünschten Grösse geschnitten und serviert. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte.

  • Street Art gegen Umweltverschmutzung

    Streetart von Iena Cruz im Detail

    Das grösste smogfressende Murales in Europa ziert seit einigen Tagen ein Gebäude im Viertel Ostiense in Rom. Dies dank der umweltfreundlichen Arlite-Farbe, die durch die Wirkung von Licht auf der Oberfläche Verschmutzungen absorbiert und Schadstoffe wie Stickoxide, Benzol, Formaldehyd beseitigt. Die 1‘000 m2  Wandmalerei erzeugt die Wirkung eines Wäldchens von 30 Bäumen. Es wurde errechnet, dass 12 m2 einer mit dieser Spezialtechnik behandelten Wand die von einem Auto an einem Tag verursachte Luftverunreinigung kompensiert.

    Das Werk mit dem Titel «Hunting Pollution» stammt von Federico Massa, alias Iena Cruz, einem Mailänder Strassenkünstler, der seit acht Jahren in New York zu Hause ist, wo er als Maler und Bühnenbildner zu Themen wie dem Klimawandel, den Risiken der Umweltverschmutzung und dem Drama vom Aussterben bedrohter Tierarten arbeitet. «Hunting Pollution» stellt einen dreifarbigen Reiher dar, eine aussterbende Art, die in der Natur ums Überleben kämpft. Auf dieser Wand fängt der stilisierte Vogel symbolisch seine Beute in einem stark gefährdeten Meer, trägt jedoch selbst dazu bei, die Verschmutzung von einer der belebtesten Kreuzungen Roms zu «verjagen».

    Streetart von Iena Cruz Gesamtansicht

    Diese neue Attraktion in einem der Street Art-Viertel in Rom beruht auf einer Idee von Yourban2030, einem gemeinnützigen Verein, der 2018 in Rom von einem Team von Fachleuten gegründet wurde. Die Finanzierung des Projekts zur Reduzierung der Stickoxidemissionen von Autos wurde vom Verein ebenfalls finanziert.