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  • Villa Medici – ein Stück Frankreich zum Entdecken

    Villa Medici – Blick auf den Park

    Die Villa Medici befindet sich auf dem Pincio Hügel, über der Spanischen Treppe an den Park der Villa Borghese auf der einen und an das Kloster der Trinità dei Monti auf der anderen Seite angrenzend.
    Zuletzt war die Villa einer der Schauplätze des mit dem Oscar ausgezeichneten Films «La Grande Bellezza» von Paolo Sorrentino. Der Garten ist mit dem Preis Schönster öffentlicher Park Italiens 2015 ausgezeichnet worden.

    Diese Prachtvilla entstand im 16. Jh. Der Sammler und Mäzen Ferdinando de'Medici, der bereits 13-jährig zum Kardinal gewählt wurde liess als Liebhaber der Antike die Villa wie ein Museum ausgestalten. Auch der Park mit seinen botanischen Raritäten wurde effektvoll in Anlehnung an die botanischen Gärten in Pisa sowie Florenz inszeniert und mit bedeutenden antiken Fundstücken reich dekoriert.

    1803 änderte sich der Verwendungszweck der Villa radikal. Vom privaten Palazzo und zweiter Residenz der Familie Medici wird sie zum Sitz der von Ludwig XIV gegründeten französischen Akademie.
    Seit damals beherbergt die Villa junge französische Künstler – Stipendiaten des Prix de Rome – und bietet ihnen die Möglichkeit, an diesem exklusiven Ort zu wohnen und zu schaffen.

    Villa Medici – Hauptgebäude

    Villa Medici – Installation

  • Garbatella – dörfliche Idylle abseits vielbesuchter Must-see und Touristenpfaden

    Garbatella und ein typischer Strassenzug.

    König Vittorio Emanuele III setzte an einem sonnigen Februartag im Jahr 1920 den ersten Stein der «Borgata Giardino Concordia» (Gartenvorstadtviertel Concordia). So wurde das Viertel Garbatella ursprünglich genannt – verschiedene Parzellen mit etwa 40 zweistöckigen «Villette» (Familienhäuser), 190 Unterkünfte in Häuserblöcken.

    Garbatella – Garden Cities
    Inspiriert von den englischen Garden Cities und den sozialistisch-utopistischen Ideen von Owen entstand in unmittelbarer Nähe des damaligen Industriegebietes im Südwesten der Stadt, zwischen Testaccio und Ostiense mit seiner Stromzentrale und Generalmärkten, dieses Wohnviertel für Arbeiter und Angestellte. Vorangegangen war 1871 die Einheit Italiens und die Verlegung der Hauptstadt nach Rom. Die Neuzuzüge benötigten dringend Wohnungen. Weinberge, Olivenhaine, Artischockenfelder und Schafweiden mussten dafür weichen. Das ursprüngliche Projekt der Architekten Giovannoni und Piacentini orientierte sich an den in Grossbritannien entwickelten Garden Cities, welche durch einen bewohnten Kern, abseits des Zentrums, charakterisiert waren. Ein- und max. dreistöckige Mehrfamilienhäuschen, jedes mit seinem privaten Gemüsegarten und gemeinnützigem Grün, ähnlich, doch jedes in den Details unterschiedlich, so präsentierte sich Garbatella einst.

    Garbatella und sein «Case Rapide»
    In der faschistischen Zeit erfuhr die städtische Entwicklung auch in Garbatella eine brüske Änderung und es wurde aufgrund von dringendem Wohnungsbedarf eine Bauweise mit einer höheren Wohndichte und folglich überfüllten Wohnungen gefördert. Zwischen 1923 und 1928 wird der autonome Vorort zum Viertel. Es kam zum Bau der sog. «Case Rapide» (schnelle Häuser). In ihnen fanden Familien Unterschlupf, die ihre Wohnungen durch die von Mussolini in die Wege geleitete Modernisierung verloren. Durch den Bau der zum Kolosseum führenden Via die Fori Imperiali und zum Petersdom führenden Via della Conciliazione wurden ganze Häuserzeilen dem Erdboden gleich gemacht. Die Umquartierung für die betroffenen Bewohner bedeutet damals so viel, wie die Stadt zu verlassen und ins Grüne sprich in die Peripherie ziehen zu müssen.

    Als Via di Fori Imperiali noch nicht bebaut war. Als die Via dei Fori Imperiali noch nicht gebaut war.

     

    Garbatella und seine «Alberghi Collettivi»
    In den Jahren 1928/29 wird vom Architekten Innocenzo Sabbatini mit einer anderen Art von Wohnhäusern, jene der sog. «Alberghi Collettivi» (kollektive Vorstadtherbergen) um die Piazza Michele da Carbonara experimentiert. In ihnen sollten die aus dem Altstadtzentrum ausquartierten Familien für eine bestimmte Zeit wohnen. Der private Bereich bestand aus den nach Geschlecht getrennten Schlafsälen im gegensatz zu den allgemeinen Bereichen (Sanitäranlagen, Bäder, Küchen, Speisesäle, Kindergärten, Schulen, Ambulatorien usw.). 1931-1933 folgten die Schule, das sechsstöckige Theater Palladium sowie ein polifunktionales Gebäude. Für das Wohnbauprojekt zeigte sogar Mahatma Gandhi Interesse und besuchte 1931den Kindergarten der Vorstadtherrbergen.

    Garbatella heute?
    Lange Zeit begleitete Garbatella der Ruf einer etwas anrüchigen Gegend. Ab den 90er Jahren ist es zu einem attraktiven Wohnviertel mit seinem speziellen architektonischen Mix auch für höhere soziale Schichten geworden. Wohnungen bzw. eine Villetta in Garbatella galten von da an als begehrenswert, trendig, sehr zentral, gleichzeitig abseits vom Trubel und doch im Grünen – als Herz der Romanità, nebst den mitunter sehr touristisch gewordenen Trastevere.

    Mitten in der Grossstadt Rom. Auch das ist Rom ...

     

    Alle Wege führen nach Garbatella
    Die Metrolinie B Rebibbia-Laurentina zum Beispiel ab dem Bahnhof Termini Richtung Laurentina bringt Sie zur Haltestelle Garbatella. Von dort erkunden Sie ausschliesslich zu Fuss oder per Vespa wie Nanni Moretti in seinem Film Caro Diario (Liebes Tagebuch) die Gegend.

    LOCALIKE Tipp
    Entdecken Sie Garbatella in einer geführten Walking-Tour – like a local. Ihr personalisiertes Reiseprogramm führt Sie ab in die Idylle Roms und wir verraten Ihnen dabei die traditionellen und angesagten Lokale, in denen sich die Einheimischen besonders gerne aufhalten. Kontaktieren Sie uns, wir helfen gerne weiter.

  • Il Roseto Comunale – eintauchen in ein kurzlebiges Blütenmeer

    Il Roseto mit zwei Strauchrosen

    Am Aventin öffnen sich im Frühjahr die Tore eines der romantischsten Gärten Roms. Dann erblühen 1‘100 Rosen aus aller Welt. Ein Triumpf von Farben und Düften schenkt diesem Ort mit Blick auf den Palatin und Circo Massimo ein prachtvolles und kurzlebiges Naturspektakel.

    Seit dem 3. Jh. v. Chr. ist dieser Ort den Blumen geweiht. Tacitus erzählte vom Tempel der Göttin Flora und die Feiern zu ihren Ehren, die Floralia, welche im Frühjahr im Circo Massimo abgehalten wurden.

    Mit Gärten und Reben bedeckt wurde die Stelle zum Orto degli Ebrei, dem Garten der Juden, welche die Erlaubnis erhielten, hier Gräber zu errichten. Über drei Jahrhunderte hinweg, von 1645-1934 wurde diese Brache auf dem Aventin von der jüdischen Gemeinde in Rom als Friedhof genutzt.

    Ursprünglich hatte die Schöpferin des Rosengartens Contessa Mary Gailey Senni am Colle Oppio 1932 angelegt. Er ist nach dem Bagatelle bei Paris der weltweit zweitältesten Rosengarten.

    Nach seiner Zerstörung während des Krieges und mit Einwilligung der jüdischen Gemeinde Roms entschied die Stadt 1950, den Rosengarten auf diesem Gelände anzusiedeln und dabei das Andenken an den alten Friedhof des Aventin zu erhalten. Die hohen Zypressen am Rande des Gartens sind dieselben, die zwischen den Gräbern wuchsen.

    Der breiteste Teil des Gartens in seiner Anlage erinnert an eine Menora, den siebenarmigen Leuchter des Judentums. Ausserdem sind in der Nähe der beiden Eingänge Schilder angebracht, die die Form der Gesetzestafeln aufgreifen. Diese Anlehnung an die jüdische Religion steht mit der ehemaligen Funktion des Geländes in direkter Verbindung.

    Il Roseto aus der Vogelperspektive

     

    Il Roseto Detailaufnahme einer Rose

  • Der antikste Stadtteil Roms – Monti Rione I

    Monti und seine verschlungenen Gassen

    Beinahe jeder Rombesucher hat schon direkt oder indirekt von Monti gehört und will dorthin – in das quirlige und trendige Dorf, wo noch nachbarschaftliche Beziehungen gepflegt werden. Kaum eine ausländische Zeitung, die nicht über diese Gegend berichtet und Monti als den Geheimtipp schlechthin verkauft. Aber auch römische Zeitungen wie Il Messaggero schwärmen in den höchsten Tönen von diesem Kleinod: «Nicht Trastevere oder der Campo de' Fiori geben den Ton an, sondern Monti mit seinen originellen Shopping-Gelegenheiten, den Bio-Läden, alternativen Restaurants und edlen Vinotheken». Und wir von LOCALIKE sind ebenfalls der Meinung, dass dieses Viertel lobende Zeilen verdient. Heute gilt Monti als eines der beliebtesten Wohnviertel der Stadt. Das einstige Arbeiter- und Rotlichtviertel mutierte in den letzten Jahren zum hippen Stadtteil. Verwinkelte enge Gassen, bescheidene Häuser, alternative Werkstätten sowie viele, kleine und schicke Lokale prägen es. Häufig treffen Sie die unabhängigen Designer, die von der Vintage-Mode inspiriert sind persönlich an. Der ehemalige italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano lebt nach seinem Rücktritt aus Altersgründen im Januar 2015 wieder in «seinem» Viertel Monti. Diese spezielle Quartiers-Atmosphäre wurde von Regisseuren auch häufig als Schauplatz für ihre Filme verwendet und viele von ihnen leben oder lebten selbst in Monti.

    Monti und seine Vergangenheit
    Um Monti ranken sich Geschichten und Legenden. Kein anderes Viertel kann sich einer solchen Vielfalt an historischen, archäologischen und architektonischen Zeugnissen rühmen, welche von der Antike über das Mittelalter, die Renaissance und das Barock in die zeitgenössische Epoche reichen: 2‘500 Jahre Geschichte auf 1,6 km.
    Monti, das älteste der 22 Rioni, gleich hinter dem Forum, umschliesst heute die Hügel Esquilin sowie Viminal und reicht von der Piazza Venezia bis zum Lateran. In antiker Zeit entsprachen die Grenzen des heute noch weitflächigen Rione jenen der Stadt. Später gingen daraus weitere Rioni hervor. Monti wurde 1743 unter Papst Gregor XIV zum Stadtteil ernannt und 1874 unterteilt, um den Rione Esquilino entstehen zu lassen. Schliesslich erfolgte 1921 eine weitere Unterteilung mit dem Esquilino, Castro Pretorio und Celio. Eine erneute Veränderung der Grenzen in den Jahren 1924 und 1943 brachte die Schaffung der breiten Via Cavour mit sich. Sie ist einer der gewaltigsten städteplanerischen Bausünden. Anstelle der ursprünglichen Via Graziosa riss die Via Cavour eine unübersehbare Schneise in die Stadt. Dadurch wurde die territoriale Homogenität der antiken Suburra Romana zwar gebrochen, doch blieb ein Labyrinth von schmalen Gässchen und Strassen, welche fast immer leicht ansteigen bzw. abfallen. Dazu gesellen sich so manche Treppen.
    Im antiken Rom war es das «Suburra» (unterhalb der Stadt), das Elendsviertel üblen Rufs und eines der ältesten Wohngebiete. Zu dieser Zeit standen die Bürgerhäuser in Monti Schulter an Schulter mit verruchten Bordellen und den «Insulae», den Wohnungen für das einfache Volk. Cesare wurde in dieser Armen-Leute-Gegend geboren und Nero liebte es in den dunklen Gassen inkognito zu spazieren. Der Übertritt zum Christentum gesamter Familien, Gebete, die Sammlung von Reliquien, die ersten heimlich vom Heiligen Petrus gefeierten Messen sollen hier stattgefunden haben.
    Erst Jahrhunderte später halten die Päpste Einzug. Sie liessen zwischen Bettlern, Prostituierten, Kupferschmieden und Wirten auf den Hausaltären der ersten Christen Kirchen und Klöster errichten. Noble Herrschaften, die vermischt mit dem einfachen Volk in Monti wohnten, finanzierten hohe Türme und prachtvolle Paläste. Im bevölkerungsarmen Mittelalter wucherten im Viertel Gärten und Weinberge. Erst nach der Einigung Italiens 1870 wurde es wieder zu einem dicht besiedelten Viertel.

    Nicht zu übersehen, die mächtigen Türme und prachtvollen Paläste. Nicht zu übersehen, die mächtigen Türme und prachtvollen Paläste.

     

    Von der Via Baccina aus ist die antike Brandmauer, die das Forum von der Suburra trennt. Die Marmorsäulen gehören zum Marstempel des Foro Augusto. Von der Via Baccina aus ist die antike Brandmauer sichtbar, die das Forum von der Suburra trennt. Die Marmorsäulen gehören zum Marstempel des Foro di Augusto.

     

    Wappen des Rione Monti
    Drei grüne Hügel mit drei Gipfeln auf silbrigem Untergrund stellen drei der sieben Hügel Roms dar, die ursprünglich zum Rione Monti gehörten. Celio, Viminale und Esquilino erklären auch den Namen «Monti» (Berge). Sie sind zum Symbol des Wappens des Viertels geworden. Charakterisiert wird Monti tatsächlich durch das steile Auf und Ab.

    Kuriosum
    Die Bewohner des Rione Monti kennzeichnete ehemals sogar ein eigner Dialekt, welcher sie von jenen anderer Stadtteile unterschied und ihnen eine eigene Identität verlieh. Zu ihren Rivalen zählten vor allem die Trasteverini, die Bewohner des Rione Trastevere, welche auf der anderen Seite des Tibers, einst fern dem Stadtzentrum, lebten.

    Kulturelle Highligts in Monti aus den unterschiedlichen Epochen
    Kein anderer Stadtteil Roms verfügt über eine so grosse Anzahl an kulturellen Perlen wie Monti. Die rund 50 Kirchen, darunter die Kleinode S. Clemente, S. Stefano Rotondo, S. Prassede, S. Giovanni in Laterano, S. Pietro in Vincoli mit der Moses-Statue von Michelangelo und die Barockjuwelen Sant’Andrea al Quirinale und S. Carlino alle Quattro Fontane stellen nur einen Teil dieser kulturellen Highlights dar. In einer unzähligen Reihe von archäologische Schätze seien erwähnt die Foren der Nerva, des Domiziano, des Vespasiano, des Augustus, des Trajan, die Cäsarforen und die Augustusforen, die Traijansmärkte, die Domus Aurea – Haus des Nero (spektakuläre Besichtigungen sind wieder möglich), die Trajansthermen – eine der grössten Thermalanlagen der Antike, Reste von antiken Aquädukten und Teile der Servianischen und Aurelianischen Mauern, Mythräen, Türme, Tempel, drei Stadttore usw. Museen, Gärten und spektakuläre, historische Aussichtsterrassen, Obelisken Statuen, Säulen, kleine Kapellen, Innenhöfe, Kreuzgänge und Brunnen sollen nicht vergessen werden… ganz zu schweigen von den zahllosen charmanten Plätzen, Treppen und versteckten Treppchen.

    LOCALIKE Tipp
    Monti ist nicht nur eine unerschöpfliche Ansammlung von Kunst- und Kulturschätzen, sondern wirklich das perfekte Ziel für alle, die gerne in winzigen ausgefallenen Geschäften stöbern. Verpassen Sie es nicht, sich Ihr persönliches Reiseprogramm durch LOCALIKE erstellen zu lassen – damit Sie Monti in vollen Zügen geniessen und wie ein Einheimischer erleben – like a local!

    In Monti wimmelt es von ausgefallenen Independent-Shops. In Monti wimmelt es von ausgefallenen Independent-Shops.
  • Verwirrung & Entwirrung – Unterteilung der Stadt Rom

    Der Kapitolshügel – «Machtzentrum» von Rom mit dem monumentalen Vittoriano im Vordergrund.

    Wurden Sie auch schon mit der Unterteilung der Stadt Rom konfrontiert? Und haben Sie sich gefragt, warum es einmal Rione, einmal Quartiere, einmal Municipio auf dem Stadtplan heisst? Wir geben Ihnen gerne die spannenden Hintergrundinformationen, damit Sie fit sind für Ihren Rombesuch. Mit diesem Wissen verblüffen Sie selbst Einheimische.

    Was es mit der Gliederung auf sich hat
    Rom wird nach drei unterschiedlichen Kriterien gegliedert: dem verwaltungsmässigen, dem städtebaulichen und dem toponomastischen. Verwaltungsmässig unterteilt sich die Stadt in heute (seit 2013) 15 Munizipien (Municipi = Rathäuser), die ihrerseits ab 1977 in 155 städtebauliche Zonen (Zone Urbanistiche) weiter unterteilt wurden. Die Munizipien verfügen über einen direkt gewählten Präsidenten und ein Parlament. Eine Vielfalt an Verwaltungsaufgaben Roms liegt in der Zuständigkeit dieser Munizipien.
    Toponomastisch und historisch bleibt die Gliederung in vier Gruppen: 22 Rioni, 35 Quartieri, 6 Suburbi und 53 wenig besiedelte Zonen rund um die Aussenringstrasse GRA (Grande Raccordo Annulare = Grosse Ringstrasse). Diese Klassifizierung Roms geht auf die erste Ausdehnung der Stadt nach der Einheit Italiens 1870 und den Regulierungsplan Saintjust-Nathan aus dem Jahr 1909 zurück. Dazumal lag die Bevölkerungsdichte Roms noch unter 500'000, entgegen den heute 4.3 Mio. Einwohnern (statistische Daten 30. Juni 2015) auf einer Fläche von 5'352 km2.

    Historische Stadtteile und heutige Gültigkeit
    Im täglichen Leben der RömerInnen bleiben die historisch gewachsenen Stadtteile von Bedeutung, auch wenn ihnen heute keinerlei verwaltungstechnische Relevanz mehr zukommt. Die erste Gliederung soll auf das 6. Jh. v. Chr. unter dem König Servius Tullius zurückgehen, mit ihren 4 Regiones: Suburana (Caelius, Subura), Esquilinia (Esquilin), Collina (Quirinal und Viminal) und Palatina (Palatin und Velia). Damals waren die Hügel des Kapitols (Campidoglio) und des Aventin (Aventino) noch nicht in diese Stadtteile miteinbezogen.

    Die sieben Hügel von Rom. Die sieben Hügel von Rom.

     

    Rioni
    Unter Kaiser Augustus wurde zwischen 12. und 7. Jh. v. Chr. die Stadt, die sich mittlerweile weit über die vier ursprünglichen Regionen ausgebreitet hatte, in vierzehn Regiones, den nach ihm benannten Regiones Augustee eingeteilt. Davon leitet sich das heute noch gebräuchliche Wort «Rione» ab. Anfangs waren sie mit Zahlen und ab dem 2. Jh. mit Namen versehen. Ab dem 14. Jh. wurde Rom in zuerst 12 Rioni angeordnet. Ende des 19. Jh. erfolgte die Erweiterung bis 1921 auf 21 Rioni. Im selben Jahr kam mit Prati, das Gründerzeitviertel nordöstlich des Vatikan hinzu und mit ihm der erste Rione ausserhalb der Aurelianischen Stadtmauern, die Nummer 22. Die Rioni werden mit dem Buchstaben R. und einer fortlaufenden römischen Ziffer kodifiziert.

    Die Aurelianischen Mauern spielten schon in der Antike eine massgebende Rolle bei der Einteilung der Stadt. Die Aurelianischen Mauern spielten schon in der Antike eine massgebende Rolle bei der Einteilung der Stadt.

     

    Quartieri
    Ab 1926 nannte man die neu errichteten Stadtviertel ausserhalb der Stadtmauer Quartieri (Quartiere). Im Gegensatz zu den Rioni umgreifen die 35 Quartieri alle das historische Stadtzentrum ausserhalb der Aurelianischen Mauern. Dazu gehören auch die drei Quartiere von Ostia, das am Meer liegt. Sie werden mit dem Buchstaben Q. und einer fortlaufenden römischen Ziffer kodifiziert.

    Suburbi
    Von den ab 1930 errichteten 11 Suburbi (Vorstädte) blieben nach der Umwandlung in 5 Quartieri im Jahre 1961 nur mehr deren 6 Suburbi. Es handelt sich um Bereiche der Stadt, die über die Quartieri hinausreichen. Sie werden mit dem Buchstaben S. und einer fortlaufenden römischen Ziffer kodifiziert.

    Agro Romano
    Die 53 Zonen (Zone) oder Fraktionen (Frazioni) des sog. Agro Romano werden mit dem Buchstaben Z. und einer fortlaufenden römischen Ziffer kodifiziert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte eine enorme Ausdehnung des bewohnten Gebietes im Agro (ländliche Gegend). Es entstanden zumeist ärmliche, oft auch unerlaubt errichtete Vorortviertel (Borgate), die zwischen der Stadt und dem Land an den Ausfallsstrassen lagen. Eine erste Normierung dieser Siedlungsgebiete wurde mit dem Regulierungsplan im Jahr 1962 unternommen. Weitere illegale Bautätigkeiten in den darauf folgenden Jahrzehnten sanierte man mit dem generellen Regulierungsplan 2002. Zum Agro Romano gehören etwa noble Zonen, wie die bei VIP’s, speziell bei Fussballern beliebte Olgiata, das mittelständische Villenviertel Casalpalocco, Prima Porta mit ihren 140 ha der grösste Friedhof Italiens, die Universitätsstadt Tor Vergata, aber auch Zonen, die aufgrund ihrer erhöhten Kriminalität immer wieder auf sich aufmerksam machen und die der durchschnittliche Römer nur aus der Zeitung kennt.

    LOCALIKE Tipp
    Buchen Sie eine «Rom – Architek-Tour». Der Rundgang führt Sie ins Rom der modernen, avantgardistischen und zeitgenössischen Architektur zu den neuen Wahrzeichen der Ewigen Stadt. Lassen Sie sich überraschen, welcher «Verjüngungskur» Rom sich in den letzten Jahren unterzogen hat.

    Ponte Settimia Spizzichino im Viertel Ostiense ist eines der vielen Beispiele der «Verjüngungskur» die Rom in den letzen Jahren durchlebte. Ponte Settimia Spizzichino im Viertel Ostiense ist eines der vielen Beispiele der «Verjüngungskur».
  • Zwischen Rom und dem Himmel – «La Nuvola» die neue Architektur-Ikone

    Das neue Kongresszentrum in Rom – Aussenansicht

    Das neue Kongresszentrum (Roma Convention Center) des Stararchitekten Ehepaars Doriana und Maximilian Fuksas wurde am 29.10.2016 im Viertel EUR, das im südlichen Teil der Stadt liegt, offiziell eröffnet. Es erhielt bereits im Jahr 2012 den begehrten Preis «Best Building Site des Royal Institute of British Architects».

    Idee
    Der Auftrag bestand darin, ein in die zukunftweisendes Bauwerk für ein seit Jahrzehnten fehlendes Kongresszentrum zu schaffen. Die Ausgangsidee bezog sich auf einen immensen Tropfen, der sich in eine Art gigantischem Glas-Schaukasten gepackt, lediglich auf drei Punkte mit 26‘000 Pfählen stützt. Im Inneren wirkt die Transparenz des Raumes. Tagsüber von aussen praktisch unsichtbar, leuchtet der Tropfen weiss und scheint aus seinem Glaskäfig ausbrechen zu wollen.

    Kontext
    Das Kongresszentrum soll nicht nur für Rom neue Impulse als wettbewerbsfähige Kongressstadt setzen, sondern das Viertel EUR zusätzlich als Business-Distrikt hervorheben. Geplant und benannt wurde dieser Stadtteil nach der «Esposizione Universale di Roma», die Römische Weltausstellung, welche 1942 unter dem Motto einer «Olimpiade della Civiltà» (Olympiade der Kulturen) stattfinden sollte. Das kolossale Ausstellungsgelände wurde in den 50er Jahren zu einem modernen Quartier ausgebaut. Geblieben sind die auf streng rechtwinkeligem Strassengrundriss errichteten monumentalen, mit Travertin verkleideten Gebäude, die Macht und Grösse als Symbole des Faschismus demonstrieren. Das neue Kongresszentrum befindet sich unweit des 2015 restaurierten und zum Sitz des Modehauses Fendi umgewandelten «Colosseo Quadrato», auch «Palazzo della Civiltà Italiana» oder «Palazzo della Civiltà del Lavoro» genannt. Es ist eines der bedeutendsten Bauwerke aus der faschistischen Zeit.

    Zahlen
    Vorausgegangen sind 18 Jahre heftige Diskussionen, zahllose Ablehnungen, im Laufe der Bauarbeiten 12 darauf folgende Projekt-Varianten, unglaubliche Verspätungen und immerwährende Polemik um den Bau. Ausgeschrieben wurde der internationale Wettbewerb im fernen 1998. Mit den Arbeiten begann man im Jahr 2008. Insgesamt hat das Projekt einen Betrag von mehr als EUR 360 Mio. verschlungen. Doch hoffnungsvolle Optimisten erwarten durch den Kongress-Tourismus für die Stadt jährliche Einnahmen von sage und schreibe EUR 350 Mio.
    Im Inneren des 42‘000 m2 grossen Glas-Stahl-Schaukastens (70 x 175 m und 40 m hoch) befinden sich im unteren Geschoss die 16 Kongresssäle, die bis zu 6‘000 Personen fassen. 42‘000 Glas-Paneele filtern das Sonnenlicht. Das Mezzanin des Business Centers, das «Livello Forum» beherbergt auf 6‘000 m2 einen polyvalenten für Events geplanten Bereich, welcher unter dem Auditorium, der sog. Wolke aus 13‘800 m2 weissem Glasfiebergewebe liegt. Das Projekt und die Ausführung der Glasfieber-Wolke ist «Made in Italy». Mit ca. 18‘000 Tonnen verarbeitete man fast drei Mal so viel Eisen und Stahl, wie für die Erstellung des Eiffelturms nötig war. 25‘000 Tonnen Travertin wurden verwendet und 19‘000 m2 Parket verlegt. Für das Auditorium wählte der Architekt 4‘725 Holzpaneele aus amerikanischer Kirsche. Den farblichen Akzent schenken 1‘725 orange Polstersessel. 7‘200 Beleuchtungskörper schaffen Licht und 28 Lifte, davon 8 Panoramalifte, 13 Rolltreppen und 2 Förderbänder sorgen für den Transport. Im Kongresszentrum ist zudem ein Luxushotel mit 439 Zimmern untergekommen.

    Name
    Seit Jahren wird das Bauwerk allseits unter dem Namen «La Nuvola di Fuksas» (die Wolke von Fuksas) gehandelt. Doch das Architektenpaar wollte ihrem Werk diesen ihrer Auffassung nach zu banalen Namen nicht zukommen lassen. Ein lancierter Ideen-Wettbewerb sollte Abhilfe schaffen, um im Zuge der Eröffnung einen neuen, offiziellen Name zu verkünden. Mysteriöserweise erwähnte bei der feierlichen Zerimonie niemand den Wettbewerb und so blieb es, wie könnte es anders sein, bei «La Nuovola» – Ausdruck für Magie und Leichtigkeit!

    LOCALIKE Tipp
    ✪ In unserem PERSONAL kreieren wir Ihren Architektur-Spaziergang im Viertel EUR oder zu den weiteren neuen Architektur-Ikonen Roms. Kontaktieren Sie uns, wir helfen gerne weiter.

    Das neue Kongresszentrum in Rom – Innenansicht

     

    Das neue Kongresszentrum in Rom – in der Nacht

  • «Caffè Shakerato» – der kühlende Power-Trunk

    Caffè Shakerato ein teuflisch kühles Getränk mit viel Eis, so soll es sein Caffè Shakerato wie er sein sollte – mit viel Eis...

    Der Sommer hält Einzug
    Es ist wieder so weit: sobald der «Caffè Shakerato» geschlürft wird, bedeutet dies ein eindeutiges  Anzeichen für den Sommer.

    Immer geschüttelt und nie gerühert
    Das Wort «Shakerato» stellt die italienische Version vom englischen Wort «Shaken», also geschüttelt dar. Um ihn perfekt zuzubereiten werden zwei starke «Espressi» in einem grossen Cocktailshaker mit möglichst viel Eiswürfel, mit oder ohne Zucker (immer in Form von Zuckersirup, den der Kristallzucker löst sich nicht auf) einige Minuten stark geschüttelt. Ein ausgezeichneter «Caffè Shakerato» besticht durch eine haselnussbraune, cremige Schaumkrone. Serviert wird die eisige Köstlichkeit in einem Martiniglas oder einer Sektflöte, niemals in einer Tasse!

    Probieren Sie es an heissen Sommertagen zu Hause aus und denken Sie bei Ihrem Rom-Besuch daran, einen «Caffè Shakerato» zu bestellen.

    LOCALIKE Tipp
    ✪  Wir verraten gerne Roms Bars mit den besten Kaffeespezialitäten. Einfach Roma PERSONAL buchen und schon ist wahrer Genuss garantiert.

    Schaum auf dem Caffè Shakerato ... und der Schaum darf auch nicht fehlen.

     

    Barmann uns sein geschüttelter Kaffee Geschüttelt, nie gerührt!
  • Street Art – Triumphs & Laments

    Street Art aus Südafrika erobert Rom
    Der südafrikanische Künstler William Kentridge’s liess sich von der Ewigen Stadt zu seinem zeitgenössischem Kunstwerk «Triumphs and Laments» (Triumphe und Niederlagen) inspirieren. Seine spektakuläre Idee besteht in der Realisierung eines 550 m langen Frieses mit 80 bis zu 10 m hohen Figuren auf der Tibermauer. Die Ausmasse des Tiberstückes sollen jenen des antiken «Circo Massimo» entsprechen. Dargestellt werden Bilder, welche die Geschichte der Ewigen Stadt auf nicht chronologische Weise in Glorien und Tragödien von der Gründung bis in die Gegenwart repräsentieren.

    Motive
    Nicht fehlen darf die für Rom symbolische Wölfin, welche nach einer Legende die Gründer Roms, Romulus und Remus säugte. Eine Szene aus Federico Fellinis Film Ikone «La Dolce Vita» aus dem Jahre 1961 findet dabei auch seinen Platz.

    Technik
    Die Arbeiten begannen am 9.3.2016. Kentridge’s Kohlezeichnungen wurden in Tintenzeichnungen und anschliessend in Originalgrösse-Stencils umgesetzt. Mit der Technik des «reverse graffiti» plazierte der Künstler und sein Team die grossen Figuren an die Mauer und reinigten in der Folge die umliegenden Bereiche durch Hochdruck (power-washed) – Erschaffen durch Löschen. Es blieben die dunklen Zeichen der mit der Zeit durch die Umwelteinflüsse veränderten Tibermauer. Der Witterung und dem evtl. Hochwasser des Tibers ausgesetzt, wird das Werk einige Jahre bestehen bleiben, doch graduell verblassen bis die Mauern aus Travertinstein wieder ihren originalen Zustand erlangen.

    Hintergrund
    Dieses Graffiti entstand in Zusammenarbeit mit der Non-Profit Organisation Tevereterno (Ewiger Tiber). Die Gespräche dazu begannen bereits 2001. Ziel war es letztlich auch, zu den grossen Triumphen und Tragödien in der Geschichte der Ewigen Stadt einen Zusammenhang zur gegenwärtigen Flüchtlingskontroverse zu schaffen. Freiwillige haben am Projekt kostenlos mitgearbeitet und so ihren Beitrag geleistet.

    Einweihung
    Am 21.-22.04. wurde an Roms Geburtstag mit der Premiere eines vor dem Fries auf der Tibermauer dargestellten dramatischen Schatten-Licht Schauspiels das Werk des Südafrikaners eingeweiht. Das Spektakel beruhte auf einer Idee von William Kentridge und dem Komponisten Philipp Miller. Zwei marschierende Bands aus italienischen und südafrikanischen Künstlern präsentierten eine Prozession vor dem Fries.

    LOCALIKE Roma Tipp
    ✪ 
    Für Jogger und nicht nur für sie wird dieses Stück entlang des Tibers enorm aufgewertet. Die Street Art liefert auch interessante, vergängliche Fotomotive – halten Sie diese fest, solange sie existieren.
    ✪ Wenn Sie über die Entstehung mehr wissen wollen, so empfehlen wir Ihnen den Kurzbeitrag der Deutschen Welle.

    Street Art und seine Entstehung durch die Reverse-Technik Street Art und seine Entstehung

     

    Die römische Wölfin darf nicht fehlen Eine Aufwertung für Jogger, aber auch ....

     

    Die Graffiti von William Kentridge begeistert auch die Velofahrer ... Velofahrer sind begeistert von der Graffiti
  • Ei, Ei, Ei – Ostern alla Romana

    Christliches Rom
    Die christliche Welt und die Medien blicken an diesen hohen katholischen Feiertagen nach Rom – beginnend mit Gründonnerstag und der «Via Crucis», dem Kreuzweg, den der Papst am Karfreitag, dem «venerdi santo», dem Heiligen Freitag am Kolosseum beschreitet. Zum Höhepunkt zelebriert der Papst die Ostermesse am Sonntag und spendet den Segen «Urbi et Orbi».

    Feiern wie die Römer
    Und die Römer? Nur ein Bruchteil von ihnen nimmt unter den Touristen aktiv an den kirchlichen Feierlichkeiten teil. Vieles dreht sich um eine ganz andere «Religion» – dem Essen. Auch wenn ein italienisches Sprichwort sagt «Natale con i tuoi, Pasqua con qui vuoi» (Weihnachten in der Familie, Ostern mit wem du willst), so steht der Ostersonntag dennoch vielerorts im Zeichen des Familienessens. Ein Privileg für jeden, der zu einem solchen Festmahl als Freund eingeladen wird. Der Tisch biegt sich unter all den salzigen und süssen Köstlichkeiten. Wen wundert es, wenn Statistiken zu Ostern landesweite Lebensmitteleinkäufe von rund 1 Mrd. Euro, auch in Zeiten der wirtschaftlichen Krise belegen. Traditionell wird es im Gegensatz zum sonst üblichen kargen Frühstück am Ostersonntag richtig üppig mit der «salame correlina», einer Salami aus Norcia und der «pizza pasquale», einem salzigen Osterkuchen mit Käse und gekochten Eiern. Häufig wird dieser Teil von den römischen Frühstücksmuffeln jedoch als Vorspeise zum wahren Osteressen gereicht, welches durchaus geschlagene 4-5 Stunden dauern kann. Nach den Vorspeisen folgen in der Regel mehrere «primi», also verschiedene Pastagerichte und dann darf das symbolträchtige Osterlamm nicht fehlen. Begleitet wird es von den für Rom typischen Artischocken. Nach dem Obst geht nichts ohne die «Colomba». Dieses aus Hefeteig mit Rosinen, Orangeat und Zitronat hergestellte Gebäck in Form einer Taube stellt das Pendent zum «Panettone» an Weihnachten dar. Feinschmecker wetteifern um die Beste aus der jeweiligen Lieblings «passticceria» (Konditorei) oder «forno» (Bäckerei).

    Ausflug zu Pasquetta – das kleine Ostern
    Am Ostermontag, zu Pasquetta, geht es dann zumeist mit Freunden ab in die Natur. Der Ausflug vor die Tore der Stadt, la «gita fuori porta» mit Picknick, häufig mit all den köstlichen Resten des Ostermenüs, wird der erste der Saison sein. Bis es wieder Herbst wird, folgen ihm zahlreiche Sonntage am Strand und am Land – natürlich an der frischen Luft  «all’aria aperta».

    LOCALIKE Roma Empfehlung
    Ob am Ostermontag, an anderen Sonn- und Feiertagen oder unter der Woche, LOCALIKE Roma versorgt Sie mit einer Picknick-Tasche gefüllt mit saisonalen Köstlichkeiten – like a local.

    Buona Pasqua & Buona Pasquetta wünscht das LOCALIKE Roma Team!

    Das Osterrei darf nicht fehlen Das Osterei darf nicht fehlen

     

    «Coniglio» » Osterhase, Begegnung im Grünen Die Hasen sind los – Begegnung im Grünen

     

    «Colomba» – das typische und traditionelle Ostergebäck in Italien «Colomba» – ohne sie kein Osterfest
  • Es wurde Licht ...

    Himmlisches Licht in der Sixtinischen Kapelle
    Die spektakulären Lichtspiele beschränken sich nicht nur auf im Freien stehende Monumente. Zum 450. Todesjahr von Michelangelo wurde 2014 ein revolutionäres Beleuchtungskonzept in der Sixtinischen Kapelle eingebaut. Dies ermöglicht es den Besuchern die Werke wie Michelangelo zu betrachten. Damals fiel durch die Fenster der Kapelle natürliches Licht. Dicke Vorhänge schützen heute die Fresken vor den UV-Strahlen. In einem mehrere Monate dauernden, von einer deutschen Firma geleiteten Projekt, mit einem Kostenpunkt von rund € 1.9 Millionen wurden 60 Leuchten aus ca. 7‘000 LEDs installiert. Sie imitieren den echten Lichteinfall, wobei die Helligkeit um das zehnfache potenziert wurde, um die Farben besser zu erkennen. In einem nächsten Projekt erstrahlen die Werke von Raffael in LED-Lichtern, wobei der Direktor der Vatikanischen Museen Paolucci bereits die schrittweise Umrüstung aller Räumlichkeiten plant.

    LOCALIKE Roma Empfehlung
    ✪ 2016 sind die Vatikanischen Museen freitags vom 6. Mai bis 29. Juli und vom 2. September bis 28. Oktober auch abends geöffnet. Eintritt zwischen 19:00-21:30 und Schliessung um 23:00. Abends kehrt im Normalfall etwas Ruhe ein und Sie können mit mehr Musse die Atmosphäre aufnehmen.
    ✪ Bestaunen Sie die Werke der Sixtinischen Kapelle mit und ohne Beleuchtung

    Petersdom & Basilika Santa Maria Maggiore
    Nach der Erleuchtung der Fassade und der Kuppel des Petersdoms mit mehr als 340 LED-Lampen, erstrahlen im Kircheninneren der Hauptaltar und der Baldachin seit Dezember 2014 in neuem Licht. Im Januar 2015 war schliesslich die von Papst Franziskus so geliebte Basilika Santa Maria Maggiore Objekt einer erneuerten Beleuchtung. Dies mit etwa 130 verschiedenen Lichtpunkten, wobei der Campanile (Glockenturm) der erste in Rom ist, der mit LEDs zum Strahlen gebracht wurde.

    Sankt Peter
    Wenige Stunden vor dem Beginn des Ausserordentlichen Heiligen Jahres am 8.12.2015 und der Eröffnung der Heiligen Tür war es geschafft! Die zum Petersdom führende Via della Conciliazione und der Peterplatz begeistern, nach 6 monatiger Arbeit mit einer künstlerischen gestalteten und potenteren Lichtinszenierung. Mehr als 100 LED-Lampen montierten die Lichtkünstler auf den Kandelabern und dem Brunnen am Petersplatz. Ebenfalls miteinbezogen sind die 18 Laternen in den elliptischen Kolonnaden, die den Platz vor dem Petersdom umschliessen.

    16 Brückenschläge über den Tiber
    Im Januar 2016 folgte der vorerst letzte bedeutende Akt zur Erneuerung der Beleuchtung in Rom. Mit mehr als 1‘000 Lichtpunkten an strategischen Stellen tauchen die 16 historischen Brücken von der «Ponte Palatino» bis zur «Ponte Milvio» im warmen weissen LED-Licht ein. Diese Innovation sorgt nicht nur für eine Aufwertung der betroffenen Zonen und faszinierende Lichtspiele, sondern es verbesserte die Sicht in der Nacht und damit die Sicherheit. Die Brückenbögen werden mit der sogenannten Technik des «wall washing» beleuchtet, welche durch eine grössere Gleichförmigkeit des Lichtstrahls die unterschiedlichen Farben des Marmors unterstreicht. Die Beleuchtungsanlage garantiert eine bedeutende Einsparung von 60 %. Anstelle der bisherigen 82 Kilowatt sind lediglich noch 37 Kilowatt notwendig.

    Edler Spender
    Eine italienische Beleuchtungsfirma stellt die Leuchten für insgesamt 190'000 Lichtpunkte zur Erneuerung der Beleuchtung in Roms Strassen und Plätze im historischen Zentrum zur Verfügung, welche zwischen 2015/16 erneuert werden. Ein Platz im strahlenden LED-Himmel dürfte ihr gewiss sein …

    Brückenbeleuchtung Ponte Tevere Es wurde Licht ...

     

    Via della Conciliazione mit neuen LED-Lichtern Neues Licht-Lifting für San Pietro.

     

    Montage der LED-Lichter an der Teverbrücke In luftiger Höhe.
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