• «Pasta alla Carbonara» – in der Einfachheit liegt die Würze

    Emotionen gehen hoch
    Hoppla – selten wird über ein Rezept so emotional diskutiert wie über die «Pasta alla Carbonara». Auf YouTube unter Kommentare zu den einzelnen Kochvideos ist allerhand «köstliches» zu lesen, wobei sich das Lager in Italophile gegen den Rest der Welt zu teilen scheint. Das einfach klingende Rezept mit seinen wenigen Zutaten birgt so manche Tücke in sich.

    Zutaten – das Höchste der Gefühle
    Gestritten wird bereits über die Ingredienzien. Bildet die Basis nun die Sahne oder doch nur Eier. Wird nur das Dotter oder doch das ganze Ei verwendet? Welcher Speck und welcher Käse darf es sein? Bei unseren italienischen Freunden ist die Antwort ziemlich unisono.

    Unsere bevorzugte Variante …
    … und es gibt viele Abwandlungen, die auch nicht falsch sind. Benötigt werden für 4 Personen 150-200 g in nördlichen Breitengraden schwer zu findenden «Guanciale» (ca. 6 Monate alt), also einen Wangenspeck. Eine gute Alternative stellt die «Pancetta», der Bauchspeck dar. 4 Eigelb von glücklichen Hühnern, einen Schuss Weisswein, frisch gemahlenen Pfeffer, 360-400 g Spaghetti N° 5 (je nach Hunger), grobes Salz für das Pastawasser, 5 EL Pecorino Romano (ca. 12 Monate alt) und 3 EL Parmigiano (ca. 24 Monate alt) vervollständigen die Einkaufsliste.

    Unser Rezept
    Die «Guanciale-Stückchen» werden bei kleiner Hitze langsam «kross» gebraten (ca. 10 Minuten). Achtung, bei zu hohen Temperaturen wird der Speck bitter. Die Stückchen aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller erkalten lassen (so bleiben sie knusprig). Sobald er fertig ist, können die Spaghetti ins Pastawasser. Das übergebliebene heisse Fett des «Guanciale» in der Pfanne mit Weisswein löschen und danach in eine Metallschüssel leeren. Unter ständigem Rühren Eigelb, frisch gemahlener Pfeffer, Pecorino Romano und Parmigiano beigeben. Dabei immer wieder erkühltes Pastawasser hinzufügen (kein heisses, da sonst das Eigelb stockt). Die Masse so lange mit einem Schwingbesen schlagen, bis sie cremig wird und zum Schluss den abgekühlten knusprigen «Guanciale» beifügen. In die Schüssel, welche nun über dem Wasserbad steht, ohne das Wasser direkt zu berühren, die «al dente» gekochten Spaghetti hineingeben (so wird verhindert, dass weder die Masse weiterkocht noch die Pasta rasch auskühlt). Mit Hilfe eines grossen Schöpflöffels und einer Gabel die Pasta aufwickeln und auf einem tiefen Teller anrichten. Wir wünschen viel Vergnügen und Erfolg beim Nachkochen.

    LOCALIKE Roma Empfehlung
    ✪ Nicht verzagen – mit LOCALIKE Roma SELECTION «Restaurants und Food» finden Sie auch Ihren Favoriten für die «Pasta alla Carbonara», sollten Sie nicht selbst zum Kochlöffel greifen.

    Guanciale - Wangenspeck «Guanciale» Wangenspeck – so sieht er also aus

     

    Ei-Käsemasse und daneben der knusprig angebratene «Guanciale» Die cremige Ei-Käsemasse und der angebratene «Guanciale»

     

    Das Anrichten der Spaghetti alla Carbonara auf einem tiefen Teller Fast fertig ...

     

    Spaghetti alla Carbonara fix fertig angerichtet auf dem Teller ... buon appetito!
  • Silvesterbrauch like a Roman

    Der Römer sieht rot
    Linsengerichte, Feuerwerk und Co. sind bekannt als Silvestertradition. Abergläubische Römerinnen und Römer setzen in der Neujahrsnacht auf einen verborgenen Glücksbringer, der auf den ersten Blick nicht sichtbar ist – rote Dessous.

    Woher der Brauch stammt?
    Über den Ursprung des mittlerweile auch in andern Ländern verbreiteten Usus scheiden sich die Geister. Bereits die alten Römer zur Zeit des Ottaviano Augusto 31 v. Chr. glaubten an die Farbe Rot als «Portafortuna». So wie heute war es damals Tradition, zum Jahreswechsel rote Wäsche zu tragen. Rot gilt als Farbe des Wohlstandes, vertreibt negative Kräfte, repräsentiert Blut und Lebensenergie, doch auch Herz und Gefühl – ein Symbol für ein langes und glückliches Leben.

    Gebrauchsanweisung
    Damit der Zauber für ein 2016 voller Glück garantiert wirkt, sollte es sich um ein Geschenk handeln und Slip sowie Boxer sind am 1. Januar zu entsorgen. Ob die einmalige Verwendung nur ein Verkaufstrick ist oder darin die Magie liegt? Wer weiss ...

    Gewusst wo
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    Wir wünschen allen unsern Freunden und Kunden «Buon Anno» und einen guten Rutsch ins neue Jahr. > Neugierig auf unsere audio-visuelle Neujahrsbotschaft?

    Eher nordische Tradition - das Glücksschwein.

    Silvesterpaket mit rotem Band - der Inhalt ist kein Geheimnis.

    Feuerwerk an Silvester ist auch in Rom nicht wegzudenken. Die Engelsburg erstrahlt im hellen Licht.

  • Das ausserordentliche Heilige Jahr vom 08.12.2015 bis 20.11.2016

    Informationen und Kurioses um die Feierlichkeiten in Rom 

    Ordentliche Heilige Jahre …
    Das erste Heilige Jahr (Anno Santo) oder Jubeljahr (Giubileo) wurde im Jahre 1300 von Papst Bonifatius VIII für Pilger, die nach Rom kamen ausgerufen und bis zum heutigen Zeitpunkt folgten weitere 26. Der Hintergedanke oder besser gesagt die Forderung der Pilger – alle 100 Jahre sollte zum Jubiläum von Christi Geburt den Gläubigen ein Ablass ihrer Sünden gewährt werden. Zuerst wurde jedoch der Abstand auf 50 Jahre, dann auf 33 Jahre (die Zeit, die Jesus auf Erden lebte) und seit 1475 nach Verfügung von Papst Paul II auf 25 Jahre verkürzt. Der Hintergedanke – jede Generation erhält die Möglichkeit, ein Heiliges Jahr zu feiern. Zuletzt zelebrierte Papst Johannes Paul II im Jahr 2000 ein Anno Santo. Das Nächste – man rechne - ist für das Jahr 2025 eingeplant.

    … und Ausserordentliche Heilige Jahre
    Unabhängig von den offiziellen Jubeljahren verkündeten einige Päpste aus anderen Anlässen ausserordentliche Jubiläen. So Papst Leo X im Jahre 1518 zur Stärkung Polens im Kampf gegen die Türken. Unter Papst Benedikt fand vom Juni 2008 bis Juni 2009 das Paulusjahr zum 2‘000. Geburtstag des gleichnamigen Apostels statt. Zur allgemeinen Überraschung berief Papa Francesco im März unerwartet ein ausserordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit (Misericordia), zentrales Thema seines Papsttums, ein.

    Die Heilige Pforte (Porta Santa) und die Eröffnungszeremonie
    Am 8. Dezember, dem Tag der Unbefleckten Empfängnis Mariens beginnt mit der Öffnung der «Porta Santa» (Heiligen Tür) im Petersdom in Rom durch Papst Franziskus im Rahmen einer Heiligen Messe am Petersplatz offiziell das Ausserordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Eine historische Bedeutung kommt diesem Tag zu, da 50 Jahre zuvor das Zweite Vatikanische Konzil zum Abschluss kam (1962-1965). Seit dem achten Heiligen Jahr 1500 ist es üblich, dass der Papst mit mehreren Schlägen mittels eines goldenen Hammers die sonst verschlossene Heilige Pforte symbolisch öffnet und nach einem Segenspruch als erster durchschreitet. Die Heiligen Pforten der drei weiteren Patriarchalbasiliken in Rom, San Giovanni in Laterano, San Paolo Fuori le Mura und Santa Maria Maggiore werden in der Folge ebenfalls geöffnet, um am Ende des Heiligen Jahres wieder zugemauert zu werden. Zusätzlich zu den vier römischen Basiliken wurden auch die folgenden Kirchen und Sanktuarien als Pilgerstätten in Rom zum Erhalt des Ablasses erklärt: San Lorenzo Fuori le Mura, Santa Croce in Gerusalemme und San Sebastiano Fuori le Mura, sowie der Santuario del Divino Amore und die Kirche Santo Spirito in Sassia («Santuario della Divina Misericordia»).

    Anders als die anderen
    Der offiziellen Öffnung der Heiligen Pforte am 8. Dezember im Petersdom in Rom ging ein besonderer Ritus voran: Papa Francesco öffnete während seiner Afrikareise am 29. November die erste Heilige Pforte des Jubiläums der Barmherzigkeit in der Stadt Bangui der Zentralafrikanischen Republik. Auch damit bringt Bergolio das Besondere dieses Heiligen Jahres der Barmherzigkeit zum Ausdruck.

    Termine über Termine
    Der bisheriger offizieller Kalender der bedeutendsten Festlichkeiten in Rom rund um das Heilige Jahr – vom Dezember 2015 bis März 2016

    DEZEMBER
    08. Dezember 2015 – Öffnung der «Porta Santa» (Heiligen Tür) im Petersdom durch Papst Franziskus
    ab 09:30-12:30 Heilige Messe am Petersplatz
    12. Dezember 2015 – Eucharistische Feier für Lateinamerika
    Gedenktag «Unserer Lieben Frau in Guadalupe» – im Petersdom
    13. Dezember 2015 – 09:30 Öffnung der Heiligen Tür der Basilika San Giovanni in Laterano
    17:00 Öffnung der Heiligen Tür der Basilika San Paolo Fuori le Mura in Rom und in der Kathedralen der Welt
    27. Dezember – das Jubiläum der Familie in San Pietro

    JANUAR
    01. Januar 2016 – um 17:00 Öffnung der Heiligen Tür der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom mit Feierlichkeiten zu Ehren von Maria der Heiligen Mutter Gottes, Weltfriedenstag
    19. Januar 2016 – Beginn des Heiligen Jahrs der Pilgerreisen, das am 21.01.2016 endet
    25. Januar 2016 um 17:00 Ökumenische Feier in der Basilika San Paolo Fuori le Mura
    30. Januar 2016 – Audienz von Papst Franziskus zum Heiligen Jahr am Petersplatz

    FEBRUAR
    10. Februar 2016 – Aschermittwoch – Tag der Entsendung der Missionare der Barmherzigkeit vom Petersdom
    22. Februar 2016 – 12:00 Messe mit dem Heiligen Vater im Petersdom
    Das Jubiläum der Römischen Kurie, des Statthalters und der Institutionen in Verbindung mit dem Heiligen Stuhl.

    MÄRZ
    Vom 04. bis 5. März 2016 wird ein 24 Stunden dauernde Feier abgehalten mit dem Titel «24 Stunden für den Herren»
    04. März um 17:00 die von Papst Franziskus abgehaltene Bussfeier im Petersdom

    LOCALIKE Roma organisiert Ihre Führungen nach Mass in und um den Vatikan
    LOCALIKE Roma stellt Ihnen gerne ein ergänzendes, individuelles Programm zusammen

    Papst Franziskus öffnet eine der Heiligen Pforten Papst Franziskus öffnet die Heilige Pforte in Zentralafrika am 29.11.2015

     

    Geschlossene Heilige Pofrte im Sant Petersdom Die Öffnung der Heiligen Pforte im Sankt Petersdom steht am 08.12.2015 bevor

     

  • «Fontana di Trevi» – in Zahlen (Teil 2)

    Ein besonders Vergnügen für kleine und grosse Zahlenfreaks, Tierliebhaber und Pflanzenkennerinnen – die «Fontana di Trevi» in Rom präsentiert sich auch als Suchbild.

    3   Baujahre waren nur allein für die Brunnenfassade nötig

    4   verschiedene Steine wurden für den Bau verwendet – Travertin, Brekzien (Sedimentgesteine aus Kalksteintrümmern), Carrara Marmor und grauer Marmor

    5   Päpste waren während der Umsetzung des Trevibrunnens im Amt – Urbano VII Barberini (1623-1644), Benedetto XIII Orsini (1724-1739), Clemente XII Corsini (1730-1740), Benedetto XIV Lambertini (1740-1758), Clemente XIII Rezzonico (1758-1769)

    6   Meter misst die Skulptur des Ozeans (Oceano) – Gott der Weltmeere

    6   verschiedene Tiere werden auf den Klippen dargestellt – Eidechse, Smaragdeidechse, Schnecke, Schlange, Adler, Pferd

    8   Jahre dauerte die Konstruktion der Klippenlandschaft

    17 Monate dauerte die Restaurierung der Brunnenanlage (05.06.2014 bis 03.11.2015)

    19 km beträgt die Länge des Aquädukts (Aquedotto Vergine) zur Wasserspeisung des Brunnens

    21 Pflanzenarten werden auf der Felslandschaft dargestellt – Akanthus, Aronstab, Baumerdbeere, Schilf, Wasserpflanzen, Weinblätter, Kapern, Distel, Artischocke, Kohl, Kürbis, Efeu, Lorbeer, Echte-Gundelrebe, Spitzwegerich, Immergrün, Taxus, Feige, Ciambrusco (Weintraube), Eiche und Fetthenne

    24 Fenster öffnen sich auf der Brunnenfassade (rechts befindet sich auch ein gemaltes Fenster)

    30 Jahre waren notwendig, um den Brunnen zu bauen (1732-1762)

    32 Meter misst die Brunnenkonstruktion an der Spitze des Wappens von Papst Clemens XII

    33 Zentimeter hoch sind die Bleibuchstaben der Inschrift «Clemente XII» in der Mitte der Dachterasse

    49 Meter misst die Brunnenfassade in der Breite

    56 Zentimeter hoch ist die vergoldete Kupferinschrift «Benedetto XIV» auf dem Sims

    150 Liter pro Sekunde werden gepumpt, um die Düsen des Springbrunnens zu versorgen

    157 Metalldübel stützen die Skulpturen

    175 Steinblöcke wurden für die Skulpturen verarbeitet

    2'200 Liter umfasst die Wassermenge an der Quelle des Aquädukts Vergine

    177'000 «Scudi», die damals gültige Währung, kostete die Errichtung des Brunnens

    300'000 Liter Wasser fasst das Brunnenbecken

    1 Mio. Euro werden etwa jährlich aus dem Brunnen gefischt und sind «exklusives Eigentum» der Gemeinde, welche das Geld derzeit der Caritas zur Verfügung stellt

    2,18 Mio. Euro kostete die am 03.11.2015 abgeschlossene Renovierung des Brunnens
     

    ✪ Mit LOCALIKE Roma lüften Sie noch so manche Geheimnisse der Ewigen Stadt.

     
     
    Fontana di Trevi in Rom mit dem Gott der Weltmeere Ozean

     

    Fontana di Trevi in Rom mit Frontansicht

     

    Fontana di Trevi in Rom mit Pflanzendetails Wer suchet, der findet ... Viel Spass wünscht das LOCALIKE Roma Team.
  • Star-Invasion in Rom

    Schönwetterprognose für Ihren Romaufenthalt in den Wintermonaten? Beste Voraussetzung für herrliche Tage in der Ewigen Stadt. Warum Ihnen ein Schirm trotzdem nützliche Dienste erweisen wird, lesen Sie hier.

    Schlafplätze in Rom ausgebucht
    Seit 14 Tagen ist es wieder soweit – Rom wird von den Staren heimgesucht und die Stadt mutiert auf einen Schlag zum grössten Schlafsaal der Welt. Obwohl es sich um Zugvögel handelt, ersparen sie sich oft den energiezehrenden Flug in den tieferen Süden zum Überwintern und machen es sich lieber in der wohltemperierten, vom Wind geschützten Ewigen Stadt bequem. Während der Dämmerung kehren Millionen von Vögeln, sattgefressen mit verdauungsfördernden Oliven vom umliegenden Land in die Stadt zurück. Häuslich lassen sie sich auf den Platanen entlang des Tibers nieder, um für die Nacht Unterschlupf zu finden. Die Folgen, die zu einem wahren Alptraum für Autofahrer, Fussgänger und Anrainer werden, lassen nicht lange auf sich warten.

    Mit Schirm, Charme und Melone
    Die Kakophonie aus Quak- und Tschirplauten führen zu den Aufenthaltsorten der Stare. Vorausblickende «Locals» führen in dieser Jahreszeit einen Schirm mit sich, um ihn im geeigneten Moment aufzuspannen. Aber auch ein Plastiksack oder eine Zeitung erweisen gute Dienste. Das Motto lautet: «Schütze sich, wer kann, vor dem, was unter den Platanen vom Himmel fällt!» Der Vogeldreck trifft nicht nur Personen – auch die geparkten Autos leiden und mit ihnen ihre Besitzer. Achtsamkeit ist zudem auf den seifenglatten, mit Kot übersäten Gehwegen geboten – die Ausrutschgefahr ist beträchtlich.

    Roms Kampf gegen die «Titanen»
    Nachdem der Radikalbeschnitt der Platanen-Alleen ausgeschlossen wurde, das Abdecken der Bäume zu teuer kommt und Attrappen von Raubvögeln und Vogelscheuchen nichts ausrichten, bedienen sich Naturschützer nun seit einigen Jahren einer weiteren Methode. Mit Hilfe des sogenannten «Distress Call», dem Aktivieren von Allarmschreien eines ihrer Artgenossen, die während der Abenddämmerung über Megaphone ausgesandt werden, sollen die von der EU geschützten Vögel aus der Stadt vertrieben werden. Um die Wirksamkeit des Signals zu verstärken, kommen mobile Lichtstrahlen mittels Scheinwerfer zum Einsatz. Leider lösten bisher auch diese Aktionen das Problem keineswegs, sondern bewog die Stare lediglich dazu, eine andere Schlafstelle in einem neuen Viertel aufzusuchen. Jeder einzelne Star hinterlässt täglich etwa vierzig Gramm Kot – der liegt in einigen Stadtteilen zentimeterdick. Die Kosten pro Jahr für Reinigung und Desinfektion verschlingen Beträge in Millionenhöhe.

    Im Westen Nichts Neues
    Bereits im Winter 1925-26 wurden die ersten Starschwärme in Rom verzeichnet. Seit damals wählten die Zugvögel die Bäume im Zentrum zu ihren Schlafplätzen. Im Jahr 1937 zählten die Libanesischen Zedern in den Innenhöfen der Piazza Venezia zu ihren Lieblingsplätzen, dann erkoren sie die Steineichen im Park der Villa Torlonia und die Pinien auf der Piazza Cavour zu ihren neuen Schlafstätten. Und in den 80er Jahren begannen die Stare ihre Quartiere auf den Platanen zuerst am rechten und dann auch am linken Tiberufer aufzuschlagen. Inzwischen, 90 Jahre später, schätzen Experten die Stare auf etwa 6 Millionen Tiere.

    «Stars in the Air»
    Faszination lösen die Starschwärme aus, solange sie ihr Ballett in geometrischen Formen im goldigen Himmel der römischen Abenddämmerung aufführen. Für die plötzlichen Routenänderungen und schwungvollen Manöver der Schwärme bedarf es keines einzelnen Leaders – Demokratie ist angesagt! Jeweils 7 Staren stehen miteinander im Dialog. Sie fliegen im äusseren Bereich der Formation und entscheiden die Richtungsänderungen. Je geordneter die Gruppe sich präsentiert, desto schneller geht die Kommunikation einer Routenänderung vonstatten. Für einen Schwarm mit etwa 400 Vögeln reicht eine halbe Sekunde aus. Nicht selten gleiten 5‘000 bis 10‘000 von Staren in kompakten, zusammenhängenden Bewegungen, im Abstand von rund 80 cm zueinander, ohne sich gegenseitig zu berühren und somit die Formationen zu zerstören. Präzision par Excellence. Diese Strategie stärkt die Stare auch gegen Feinde in der Natur.

     

    Starformation am Himmel von Rom Unter römischem Himmel ...

     

    Distress Call mit Megaphon in Rom ... und auf Erden

    Ballettstunden? Lassen Sie sich mitreissen...

  • «Fontana di Trevi» – im neuen Glanz (Teil 1)

    Das Prunkstück aus dem Barock gehört sicherlich zum Must einer jeden Romreise. Seit der Wiedereröffnung am 3. November 2015 erstrahlt die «Fontana di Trevi» im hellen Glanz. Die Restaurierungsarbeiten verschlangen beachtliche € 2,18 Mio. Das Modehaus Fendi mit ihrem «Fendi for Fountains Projekt», welches sich der Erhaltung und Wertschätzung verschiedener historischer Brunnen in der Ewigen Stadt widmet, nahm sich der Finanzierung an. Der Trevibrunnen verfügt nun unter anderem über eine effektvolle Beleuchtung, eine Videoüberwachung und ein System zur Vogelabschreckung.

    Obwohl die «Fontana» vorwiegend von Romtouristen belagert wird, spielt sie im Leben der Einheimischen eine bedeutende Rolle. So warf der inzwischen verstorbene Lieblingsschauspieler der Römer – Alberto Sordi – im Februar 2002 bei der Einführung des Euros seine letzten Lira-Münzen in den Brunnen. Beim Sieg 1982 der Fussball WM und 1983 als der Stadt-Fussballverein AS Roma die Meisterschaft gewann, tolerierte die Polizei ausnahmsweise das Freudenbad der «Romani» in den Fluten der «Fontana di Trevi». Unvergesslich bleibt älteren Semestern und Cineasten die Szene aus Fellinis Film «La Dolce Vita», in der Anita Ekberg im Abendkleid in den Brunnen stieg. In der Regel drohen hohe Geldstrafen und aus diesem Grund wird von einem kühlenden Bad oder Ekberg-Nachahmungen dringend abgeraten – egal in welchem Brunnen von Rom.

    Um die «Fontana» in vollen Zügen zu geniessen und den Massen auszuweichen empfiehlt sich ein Besuch in aller Herrgottsfrüh (06:00 / 07:00) oder morgens gegen 02:00. Im Sommer leert sich der Platz vor dem Brunnen mitunter auch etwas später.

    «Fontana di Trevi» während der RestaurierungVorher «Fontana di Trevi» – während der Restaurierung

    «Fontana di Trevi» Glanz & GloriaNachher «Fontana di Trevi» – Glanz & Gloria

  • Der Geschmack nach Sommer

    Glücklicherweise dauern in Rom die sommerlichen Temperaturen an und die Lust auf eine  süsse, kühle Erfrischung bleibt. Italienisches Speiseeis ist legendär und in Rom gibt es einige der besten «Gelaterie» in ganz Italien – doch das ist eine andere Geschichte.

    Die Ewige Stadt wartet nämlich mit einer vorzüglichen, römischen Spezialität auf – die «Grattachecca». Es handelt sich weder um eine Granita, ein Sorbet noch um Eiscreme, sondern um feingestossenes Wassereis mit Fruchtsirup. Die Zutaten: schneeähnliches, von einem grossen Block mit Hand gehobeltes, nicht gemixtes Eis, getoppt mit verschiedenen Siruparten und frischen Früchten. Durch diese Zubereitung wird das Eis voluminöser als bei einer Granita und gleicht einem bunten Kunstwerk. «Grattachecca» ist ohne Zweifel die römische Antwort auf die afrikanische Sommerhitze in Italiens Hauptstadt. Sie wird auch noch im September und an lauen Oktobertagen genossen. Einige Kioske bleiben sogar ganzjährig geöffnet, denn diese Spezialität ist nur bei ihnen zu finden.

    Die Tradition besteht seit zumindest einem Jahrhundert. Der erste offizielle «Grattachecca-Kiosk», die «Fonte d’Oro» der Familie Crescenzi im Trastevere auf der Piazza G.G. Belli stammt aus dem Jahr 1913. In fast allen Vierteln lässt sich ein solcher Kiosk aufspüren. Brav stellen sich die Einheimischen in Schlangen vor ihrem Lieblinkskiosk für ihre Geheimwaffe gegen die Sommerhitze an.

    Noch heute gehört diese eisige Spezialität in den klassischen Geschmacksrichtungen «Limone» (Zitrone), «Arancia» (Orange), «Cocco» (Kokos), «Pesca» (Pfirsich), «Fragola» (Erdbeere), «Amarena» (Sauerkirsche), «Tamarindo» (Tamarinde) oder «Menta» (Minze) zum römischen Sommer. Originell und besonders erfrischend ist der «Lemoncocco», zubereitet mit frisch gepresstem Zitronensaft, Zuckersirup und Kokosstücken.

    Wir verraten Ihnen noch einen unserer Favoriten in zentraler Lage mit köstlicher «Grattachecca»: Sora Mirella, Lungotevere degli Anguillara, Ecke Ponte Cestio gegenüber der Tiberinsel. Es war Mirella Mancini, die den Geschmack «Lemoncocco» erfand. 50 Jahre lang versorgte sie mehrere Generationen mit ihren Köstlichkeiten. Den 100. Geburtstag ihres «Grattachecca» in diesem Jahr hat sie nicht mehr erlebt. Doch ihre Enkel führen nach den Rezepten von Mirella den beliebten Kiosk zur Freude der Stammkunden weiter.

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    150914_Blog_Grattachecca_Grattare

    150914_Blog_Grattachecca_Lemoncocco

  • «Ferragosto» – verordnete Ferien

    Bereits vor 2023 Jahren legte Kaiser Augustus einen arbeitsfreien Tag fest, nicht nur für die freien Römer sondern auch für die Sklaven. Diese sollten am 15. August, die heisseste Zeit des Jahres und den römischen Kaiser angemessen feiern. Der lateinische Begriff der «Feriae Augusti», Ferien des Augustus, blieb bis heute erhalten.

    Viele Italiener begehen diesen auch religiösen Marienfesttag gerne mit einem Picknick vor den Toren der Stadt oder entspannen sich am Meer.

    Noch vor etwa 15 Jahren stand Rom vollkommen still. Es war mitunter schwierig sich zu versorgen. Insbesondere im Altstadtzentrum, wo es noch keine «Supermercati» gab, sondern nur kleine Detailhändler. Diese blieben wochenlang geschlossen und das wirtschaftliche Leben kam zum Erliegen. Wer die Stadt nicht verlassen konnte, musste sich entsprechend organisieren und Lebensmittelvorräte anlegen.

    Heute zieht es rund um den traditionellen Augustfeiertag viele Einheimische in die Ferien. Doch immer mehr Römer erfreuen sich, trotz höherer Temperaturen über das stillere und beschaulichere Leben in ihrer Stadt. Sie geniessen diese verlangsamte, entspannte Stimmung.

    Und Rom wird ab dem 15. August keineswegs zur leergefegten Geisterstadt. Wie in anderen Ländern, bleiben jedoch an diesem Tag, der die Sommerwende einleitet, Geschäfte, Läden und Restaurants geschlossen.

    Eine weitere Tradition stellt das Augustfestmahl «Pranzo di Ferragosto» dar, wobei in Rom nicht immer leichte sommerliche Kost, sondern häufig das klassische Paprikahuhn am Speiseplan steht. Danach dürfen eisgekühlte Wassermelonen nicht fehlen.

    Gegen Ende August bedauern es dann die Römer ausgesprochen, wenn die ruhige, verkehrsarme Zeit des «Ferragosto» vorbeigeht und Rom wieder hektischer wird. Inzwischen schliessen wir uns aber den überall zu hörenden Wünschen an: «Buon Ferragosto … a Roma!»

    ✪ Wollen auch Sie die heissesten Tage in Rom in einem der kühlen Parks unter den mächtigen, Schatten spendenden Schirmpinien bei einem traditionellen Picknick geniessen?  LOCALIKE Rom macht's möglich: mit einer Buchung «Roma PICNIC».

    Entspannung am Meer ...
    Entspannung am Meer ...

    ... oder doch lieber in der Stadt?
    ... oder doch lieber in der Stadt?

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