• Sechzig Tage – ausserordentliche Öffnung der Scala Santa während der Restaurierungsarbeiten

    Scala Santa – Eröffnungsfeier mit der unverkleideten Treppe

    Die Heilige Treppe des Päpstlichen Heiligtums auf der Piazza San Giovanni in Laterano, die seit letztem Sommer wegen Restaurierung geschlossen ist, wird ab dem 11. April für 60 Tage, bis zum 9. Juni (Pfingsten) 2019 für die Öffentlichkeit zugänglich.
    Das Besondere: Es bietet sich die einmalige Gelegenheit die Treppe mit ihren 28 Marmorstufen im Originalzustand im oben genannten Zeitraum zu besichtigen. Die Stufen werden danach wieder mit dem restaurierten Walnussholzbrettern, wie von Papst Innozenz XIII (Papst von 1721 bis 1724) gewünscht, als Schutz verkleidet, um sie vor Abnutzung zu schützen.

    Scala Santa – mit Holzverkleidung

    Die Treppe führt zum «Sancta Sanctorum», der früheren Privatkapelle der im Lataran residierenden Päpste. Die Stufen sollen aus dem Palast des Statthalters Pontius Pilatus aus Jerusalem stammen, der Jesus von Nazareth verhörte und zum Tode durch das Kreuz verurteilen liess. Der Legende nach wurde die Treppe im Jahre 326 n. Chr. von Helena, Mutter von Kaiser Konstantin des Grossen, nach Rom überführt.

    Heute rutschen Gläubige auf Knien Stufe um Stufe die «Scala Santa» hinauf. Dafür erhalten sie einen Ablass ihrer Sünden. Zu jeder Seite der Heiligen Treppe befinden sich auch Stufen, die von weniger religiösen Besuchern genutzt werden können, um die Kapelle zu besichtigen. Sie beherbergt eine Reihe von Reliquien, die als so bedeutend galten, dass man sie im Mittelalter als den heiligsten Ort der Welt betrachtete. Eine Inschrift auf dem Altar lautet sogar: «Non est in toto sanctior orbe locus» – es gibt keinen heiligeren Ort auf Erden. Die wichtigste Reliquie in der Kapelle ist das sogenannte Acheiropoieton – ein Gemälde, das nicht von Menschenhand gemalt wurde. Das Bild, ein Porträt von Jesus, soll von Lukas dem Evangelisten begonnen und von Engeln beendet worden sein.

    Scala Santa – Altar mit dem Acheiropoieton und Überschrift: «Non est in toto sanctior orbe locus»

    Die zwischenzeitlich durchgeführten Restaurierungsarbeiten der Fresken übernahmen Experten der Vatikanischen Museen.

  • Die schlechte römische Gewohnheit – Parkieren in zweiter Reihe

    Parkieren in der zweiten Reihe (Doppia Fila)

    Ein Bild in Rom mit Alltagscharakter – geparkte Fahrzeuge in zweiter Reihe (doppia fila).
    Trotz der Absperrungen und der Poller stehen Autos in Zwei- und Dreierreihen oder in den Fahrspuren, die dem öffentlichen Verkehr und Taxis vorbehalten wird. Verstopfte Strassen insbesondere in den Stosszeiten sind vorprogrammiert. Der Mangel an Parkplätzen in der Ewigen Stadt ist evident, zumal Parkgaragen im Zentrum oft fehlen.

    Beim vermeintlichen Kavaliersdelikt geht es um jene, die z.B. schnell in der Bar einen Caffè trinken, einen Einkauf tätigen, etwas abholen oder liefern. Und während dieser Minuten kommt es oft zum Verkehrschaos. Mitunter wird sogar die Tram oder der Bus blockiert. Berühmt berüchtigt ist die Bus-Route der Linie 85. Häufig endet diese Fahrt vorzeitig in der Via Giovanni in Laterano an der Ecke Piazza San Clemente durch ein paar schlecht geparkte Autos. Der Buschauffeur stellt den Motor ab, die Türen gehen auf und die Passagiere steigen mehr oder weniger resigniert aus, ohne ihr Ziel erreicht zu haben.
    In der Via di Porta Cavalleggeri gibt es aufgrund der Nähe zu San Pietro nicht nur Autos und Motorroller, die den öffentlichen Verkehr beeinträchtigen. Touristenbusse, die halten, wo sie weder dürfen noch Platz dazu ist, gehören ebenfalls zu den «Pecatori». Ein Grund, warum die Verkehrsmittel in Rom nie pünktlich sind?

    Immer dringlicher wird die Lösung dieses Problems und ein starkes Signal soll nun gegen die Parksünder gesetzt werden.
    Die Staatsanwaltschaft Rom hatte in den letzten Monaten mit dem Vorwurf, eine öffentliche Dienstleistung unterbrochen zu haben, rund ein Dutzend Fahrzeuglenker, die in zweiter Reihe parkierten, vor Gericht gestellt. Die Entscheidung fiel nach der Eröffnung einer langwierigen Untersuchung. Betroffen sind Personen, die über 30 Minuten hinaus ihr Auto in zweiter Reihe abstellten und damit den Verkehrsfluss öffentlicher Fahrzeuge blockierten oder ordnungsgemäss geparkte Fahrzeuge behinderten. Zweiteres endet oft mit einem  unüberhörbaren Hupkonzert des korrekt parkierten Fahrzeuglenkers, auf der Suche nach dem Besitzer des Autos, der die Weiterfahrt für ihn verunmöglicht.

    Nun munkelt man, wie es auch die Massenmedien berichten, dass Strafen von sechs Monaten bis zu einem Jahr Haft in den schwerwiegendsten Fällen drohen. Ob es tatsächlich zu Verurteilungen kommt, bleibt abzuwarten. Klar ist, die Kaffeepause wird verkürzt und der Stopp unter 30 Minuten scheint weiterhin toleriert …
    Im Fall des Parkens in zweiter Reihe raten wir Ihnen jedenfalls von einem Verhalten – like a local – ab.

  • Praktische Tipps für Ihren Romaufenthalt – Trinkgeld like a local

    Trinkgeld und ihre Fettnäpfchen

    Immer wieder taucht die Frage rund ums angemessene Trinkgeld auf. Nachstehend liefern wir Ihnen gerne ein paar Ratschläge zu diesem Thema.
    Um es vorweg zu nehmen – Sie sind nicht verpflichtet Trinkgeld (Mancia) zu geben. Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch, dass die Konsumation im Sitzen in fast allen Bars/Cafés einen zum Teil empfindlich höheren Preis aufweist als im Stehen, da Sie den Service mit bezahlen. Die Preise sind auf den in der Bar aufgehängten Listen (Listino Prezzi) ausgewiesen.

    In der Bar oder im Café an der Theke
    Bei einem Cappuccino oder anderem Getränk an der Theke, zahlen Sie zuerst an der Kasse und nach Vorlage des Kassenbons ordern Sie Ihre Bestellung. Einheimische geben in der Regel kein Trinkgeld oder lassen je nach Konsumation zwischen 20 Cents und einem Euro liegen.

    Im Restaurant oder im Café im Sitzen
    Prüfen Sie beim Bestellen im Restaurant auf der Speisekarte, ob der «Servizio» (Service) aufgeführt ist. Dieser beträgt in der Regel 15 bis 20 % der gesamten Konsumation, welchen das Restaurant verrechnen darf, vorausgesetzt die Position wird auch (meist im Kleindruck am Ende) vermerkt. Sie diente ursprünglich zur Entlohnung des Servicepersonals, als dieses noch über keine Anstellungsverträge verfügte und anteilsmässig nach den Konsumation an den von ihnen bedienten Tischen geleistet wurde. In diesem Fall können Sie davon ausgehen, den Service bereits bezahlt zu haben.
    Andernfalls lassen Sie bei gutem Service in cash je nach Art des Restaurants und Höhe der Rechnung einen Betrag von 5 bis 10 % des Preises beim Verlassen auf dem Tisch zurück. Sollten Sie die Rechnung mit der Kreditkarte begleichen, so bezahlen Sie das Trinkgeld in bar.

    «Pane e Coperto»
    Unter «Coperto» (Gedeck) wird die Pauschale für die Benutzung und Reinigung von Tischdecke, Servietten, Teller, Besteck und Brot verstanden.
    Tatsächlich ist das «Coperto» in Italien gesetzlich nicht reguliert und auch nicht ausdrücklich verboten. Daher wird davon ausgegangen, dass es dem Gastronomen freisteht, die Preise für seine eigene Tätigkeit festzulegen.
    Anders verhält es sich in Rom. Seit 1995 ist nach Verordnung des Bürgermeisters in Rom die Position «Coperto» im Gegensatz zu «Pane» (Brot) nicht mehr zulässig. Das Gesetz 21/2006 der Region Latium inklusive Rom verbot in der Folge 2006 die Position «Pane e Coperto» und darf in der Ewigen Stadt nicht mehr in Rechnung gestellt werden. Oft erscheinen hausgemachte Spezialbrote als eigene Kostenposition in der Rechnung auf. Wollen Sie diese vermeiden, so schicken Sie das Brot, wenn es auf den Tisch gestellt wird, umgehend zurück.
    Die Verrechnung des «Servizio» blieb zulässig. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass bei fixen Touristenmenüs (menu turistico) keine Zusatzkosten verrechnet werden dürfen.

    Taxi
    Es wird kein Trinkgeld bezahlt, eventuell runden Sie um 10 bis 50 Cents.

    Hotel
    In Hotels war es in Italien Brauch, dass man den Service der Zimmermädchen mit einem kleinen Trinkgeld entlohnt. Üblich waren hier etwa 5 bis 10 Euro pro Woche. Dies ist heute jedoch überholt, ausser es wurde ein Extraservice geleistet.

  • Schildbürgerstreich in Rom – historisches Graffiti wurde entfernt

    Historisches Graffiti im Garbatella vorher

    «Vota Garibaldi Lista n. 1» (übersetzt «Wählt Garibaldi Liste 1»), stand seit 1948 in roter Farbe auf der Mauer eines Hauses im in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts entstandenen Wohnviertel Garbatella. Eine kleine neben der Schrift im Zuge von Restaurierungsarbeiten angebrachte Gedenktafel erinnert an den historischen Moment der Wahlen, als sich die Kommunistische Partei Italiens und die Sozialistische Partei Italiens auf einer einzigen Liste stellten. Bei der Restaurierung der historischen Graffiti im Jahr 2000 war sogar eine Art Baldachin zum Schutz der Schrift angebracht, von dem jedoch seinerseits im Laufe der letzten Jahre ein dunkles Rinnsal herabrann und die Schrift zu beschädigen drohte.
    Vor ein paar Tagen hat ein übereifriger Arbeiter des Büros für Stadtgestaltung der Gemeinde Rom trotz Baldachin und Gedenktafel die Aufschrift als einen Akt von Vandalen gehalten und ruckzuck mit heller Farbe überpinselt. Wie es dazu gekommen ist, bleibt ein Rätsel. Die historische Inschrift sollte nicht gelöscht werden, beteuert man in der Stadtregierung am Kapitol-Hügel: niemand hat diesbezügliche Anweisungen erteilt. Es handle sich eindeutig um einen Irrtum bzw. Übereifer. Der Arbeiter löschte andere Graffiti, jüngsten Datums, von dem Rom übervoll ist.

    Historisches Graffiti im Garbatella übermalt

    Dieser Schildbürgerstreich blieb nicht verborgen: in allen Zeitungen wurde berichtet und in den Socialmedia ausführlich kommentiert.
    Die Abteilung für Denkmalschutz hat dieses Mal schnell gehandelt. Nach wenigen Tagen ist die Wiederherstellung durch entsprechende Restaurierung eingeleitet worden und Expertinnen reinigten mit Skalpellen den gelben Farbstoff, der die historische Inschrift aus der Parlamentswahl 1948 bedeckte. Zur Beruhigung der Bürger wurde darauf hingewiesen, dass die Firma, dessen Arbeiter die unerwünschte Löschung der Inschrift vorgenommen hat, die Kosten für das 4-tägige Restaurieren übernimmt und diese nicht zu Lasten des Steuerzahlers gehen. Ende gut alles gut.

  • Bvlgari greift wieder tief in die Tasche…

    Area Sacra di Largo Argentina – Tempel b

    Den ansehnlichen Betrag von 1 Million Euro spendet der bekannte Produzent von Luxusgütern neuerlich der Stadt Rom. Nach der Finanzierung der Restaurierungsarbeiten an der Spanischen Treppe im Jahr 2016 profitiert dieses Mal die archäologische Stätte am Largo Torre Argentina von der Spendierfreudigkeit des Modehauses Bvlgari. Das Ausgrabungsgelände befindet sich inmitten einer verkehrsreichen Strassenkreuzung, unterhalb des Strassenniveaus und wurde 1926-1929 freigelegt. Gut einsehbar aber leider nie begehbar, soll es ab der zweiten Hälfte 2021 den Besuchern zugänglich werden. Das Projekt betrifft die Musealisierung der archäologischen Zone sowie den Bau und die Positionierung von Laufstegen, um das Areal sicher begehen zu können.

    Area Sacra di Largo Argentina – Tempel A

    Area Sacra di Largo Argentina – Tempel C sowie D

    Der sogenannte Heilige Bezirk «Area Sacra di Largo Argentina» umfasst unter anderem die Reste von vier nach Osten ausgerichteten Tempeln und das Theater des Pompeius. In ihm wurde der römische Diktator Gaius Julius Cäsar am 15. März 44 vor Christus, während einer Senatssitzung von einer Gruppe rivalisierender Senatoren mit 23 Dolchstichen erstochen. Die sich auf dem Gelände befindlichen Bauten stammen allesamt aus der republikanischen Zeit (4. bis 1. Jh. vor Chr.).

  • Schwebende Gegenwartskunst im Luxuskaufhaus in Rom

    Rinascente – Gegenwartskunst von Veilhan

    Kugeln und Farbscheiben im Durchmesser von etwa 4 Metern durchqueren das Atrium vom sechsten bis zum ersten Stock des eleganten Rinascente in der Via del Tritone. Das 21 m lange Mobile fertigte der 1963 geborene und in Paris schaffende französische Künstler Xavier Veilhan, 2017 Vertreter Frankreichs an der 57. Biennale in Venedig, extra nach einem Lokalaugenschein für diesen Raum an. Das Besondere sei, dass das Werk geschaffen wurde, um auf autonome Weise zu bestehen. Gleichzeitig interagieren im Inneren des Raumes die roten und weissen Elemente mit den äusseren Einflüssen, wie dem Luftstrom und der Bewegung der Besucher. Veilhan hatte 2004 sein erstes Mobile im Forum des Centre Pompidou in Paris ausgestellt, im Jahr 2009 das sog. Veilhan Versailles in den Gärten des französischen Königsschlosses, 2012 in New York und schliesslich 2018 The Great Mobiles in Seoul. Weitere Projekte in Lissabon und Shanghai folgen.
    Das MOBILE (Roma) wird bis Ende 2019 im Rinascente «wie ein majestätischer Baum, verwurzelt und doch im ständigen Wechsel, stark und gleichzeitig leicht im Wind.» baumeln.

  • Ostiense und seine Auferstehung

    Quartiere Ostiense – Street Art

    Der Stadtteil Ostiense hat heute einen einzigartigen Charme, der von seinem postindustriellen Aspekt in Verbindung mit neuen kulturellen Impulsen der Street Art und einer Vielzahl von unterschiedlichsten Lokalen bestimmt wird.

    Ostiense – das bedeutendste Industriegebiet nach der Einigung Italiens
    Im südlichen Teil der Stadt zwischen dem Tiber liegend, an die Aurelianischen Mauer aus dem 3. Jh. n. Chr. sowie die Porta San Paolo angrenzend wurde das Viertel nach der Einigung Italiens 1870 aufgrund der idealen strategischen Position als Industriezone auserkoren. Die Ebene mit Nähe zum Tiber einerseits und dem Bahnhof andererseits eignete sich besonders im Anschluss an den innerhalb der Mauern liegenden Rione Testaccio mit seinem 1888 erbauten Schlachthof für das bedeutendste Industrie- und den Gewerbebereich der Stadt. So entstanden um die Viale Ostiense, welche mit ihrer Fortsetzung, der Via del Mare in rund 20 km nach Ostia ans Meer führt, Fabriken, ein Elektrizitätswerk, die Generalmärkte (Mercati Generali, ein Projekt des Architekten Emilio Scaffi 1913/24), 4 Gasometer und der Bahnhof Roma-Ostia.

    Das Wahrzeichen von Ostiense – die Gasometer
    Die Gasometer gelten als Symbol des Viertels und damals als jene des modernen Roms. Sie sind heute ungenutzte Strukturen. Die beiden kleinsten wurden 1910 gebaut. Mussolini liess den Dritten und Grösste mit einer Höhe von etwa 90 m im Jahr 1937 errichten, um Hitler zu imponieren und ihm die Fähigkeit der Selbstversorgung Roms zu beweisen. Der im Viertel Ostiense seit vielen Jahren lebende türkische Regisseur Ozpetek bezeichnet den Gasometro als «kleines Industrie-Kolosseum».

    Quartiere Ostiense – seine Wahrzeichen die Gasometer

    Der langsame Verfall und die Auferstehung von Ostiense
    Nach Auflassung dieser Betriebe und Stilllegung der Generalmärkte zog die Zeit des Verfalls und der Lethargie ein, bis vor einigen Jahren ein Revival erfolgte. Das Elektrizitätswerks «Centrale Montemartini» ist eine Aussenstelle der Kapitolinischen Museen und trumpft mit einem faszinierenden Miteinander von antiken Statuen und Maschinen aus dem beginnenden 20. Jh. auf. Aussenstellen der Universität sind hierher verlegt worden, Kommunikationsgesellschaften und Werbeagenturen liessen sich nieder, sowie neue In-Lokale und das grösste Eataly, das Italo-Food Emporium folgten.
    Eine moderne, weisse Stahlbrücke, welche Ostiense seit dem Dezember 2012 mit dem Viertel Garbatella verbindet sind Zeichen der Erneuerung und urbanistischer Transformation.

    Quartiere Ostiense – Ponte Settimia Spizzichino

    Wer durch die Strassen des Viertels schlendert, taucht in ein wahres Freilichtmuseum ein. Berühmte italienische und internationale Künstler der Street Art Szene färbten die grauen Wände eines vergessenen Stadtteils ein. Sie hinterliessen unter anderem auf Industrieruinen rund 40 Werke verschiedener Ausmasse. Mit ihnen kamen multikulturelle, aber auch bodenständige römische Lokale, die Leben in das Quartier einhauchen.

  • Es wurde Licht – Petersdom in nie dagewesenem Glanz

    Petersdom – Kuppel mit und ohne LED-Beleuchtung

    Nach der Sixtinische Kapelle, den Stanzen des Raffael und dem Petersplatz erstrahlt nun auch das Innere des Petersdoms als Symbol des Christentums und 500 Jahre Geschichte im neuen, fortschrittlichen LED-Lichtdesign, das auf digitaler Lichttechnik basiert.
    Die Basilika, die 20‘000 Gläubige beherbergen kann, stellt mit seinen 190 m Länge, der 58 m Breite der drei Schiffe, der Höhe des Mittelschiffs bis zur Spitze des Gewölbes von 45.5 m und der bis zum Kreuz 136 m hohen Kuppel einen immensen Raum mit einer Fläche von 22‘000 m2 dar.

    Petersdom – erstrahlt im neuen Glanz mit LED-Beleuchtung

    Das neue Beleuchtungssystem unterstreicht die Eigenschaften der verwendeten Materialien und hebt die Plastizität von Skulpturen, Marmor und Architektur hervor. Tausend Details seiner immensen Schätze kommen ans Licht. 10‘000 m2 Mosaike, die weltweit grösste Fläche, waren nie so klar sichtbar.
    Dank des neuen integrierten LED-Systems ist es möglich, die Mosaike der Kuppeln in den Achtecken der Gänge bis ins kleinste Detail zu bewundern. Viele Kunstwerke, die einst im Dunkeln standen, erscheinen nun in voller Pracht. Der 28.5 m hohe Baldachin in Bronze von Bernini erstrahlt in unerwarteten Farbschattierungen. Gleichzeitig sorgt die fortschrittliche Technologie mit der Installation von 780 Leuchten, für insgesamt mehr als 100‘000 LEDs und 20 km Kabel eine Ersparnis von 90 % gegenüber der früheren Beleuchtung mit einer zum Teil bis zu 10 Mal höheren Anteil an Licht. Die Lichtintensität ist ausserdem je nach Bedarf und Anlass regulierbar.

    Quelle Foto: Fotoarchiv Fabbrica di San Pietro

  • Römische Spezialitäten auf der Speisekarte – «Amatriciana»

    Amatriciana = Matriciana
    Das Rezept für die Amatriciana, ursprünglich ein Gericht aus dem Ort Amatrice in den Abruzzen gelangte ehemals durch Hirten auf ihren Wegen durch die Region Latium nach Rom, wo es zum Klassiker avancierte mit ihren vier Zutaten: Pasta, Tomate, Guanciale und Pecorino.
    In der Hauptstadt wurde die Aussprache des Namens in Matriciana umgewandelt und wahrscheinlich die Variante mit den Zwiebeln erfunden.

    Eine Variante zum Nachkochen nach dem Rezept von Luciano Monosilio …
    … und es gibt viele Abwandlungen, die auch nicht falsch sind. Das Rezept von Luciano besticht mit Frische sowie Leichtigkeit durch die Zugabe von Karotten und Stangensellerie. Der zusätzliche Aufwand gegenüber dem Klassiker mit der einfachen Tomatensauce lohnt sich.
    Benötigt werden für 4 Personen 150-200 g in nördlichen Breitengraden schwer zu findenden «Guanciale» (ca. 6 Monate alt), also einen Wangenspeck. Eine gute Alternative stellt die «Pancetta», der Bauchspeck dar. 8-10 mittelgrosse Tomaten, 1 Karotte, 1/2 Stengel vom Stangensellerie, eine kleine Zwiebel, ein grosser Schuss Olivenöl, frisch gemahlener Pfeffer, 360-400 g (je nach Hunger) Mezze Maniche oder Rigatoni, grobes Salz für das Pastawasser und Pecorino Romano vervollständigen die Einkaufsliste.

    Das Rezept
    Die «Guanciale-Stückchen» bei kleiner Hitze langsam «kross» braten (ca. 30 Minuten). Achtung, bei zu hohen Temperaturen wird der Speck bitter. Die Stückchen aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller erkalten lassen (so bleiben sie knusprig). Das flüssige Fett wird für die Sauce benötigt (also nicht weggiessen).

    Amatriciana – den Wangenspeck in der Pfanne langsam kross braten

    Vorab die Tomaten vierteln, Stangensellerie, Karotte und Zwiebel in kleine Stücke schneiden und mit etwas Salz bestreuen. Alles auf einem Blech im Ofen bei 180° C schmoren.

    Amatriciana – zuerst wird das Gemüse im Ofen geschmort

    Das Gemüse püriert in einer Pfanne erhitzen zusammen mit einem guten Schuss Olivenöl und dem gewonnen, flüssigen Fett des Wangenspecks.

    Amatriciana – Pürieren des Gemüses

    Parallel kann die Pasta al dente gekocht werden. Vor dem Abgiessen, eine Tasse des Pastawassers beiseite stellen. Die Teigwaren in die Pfanne mit der Sauce leeren, unterrühren und bei Bedarf etwas Pastawasser hinzufügen. Zum Schluss die Speckwürfel beigeben, die Pasta in tiefe Teller anrichten, mit Pecorino bestreuen und einigen Speckwürfeln dekorieren.

    Amatriciana – das Resultat auf dem Teller

    Wir wünschen viel Vergnügen und Erfolg beim Nachkochen – buon appetito.

    Selbstverständlich bleiben wir der besten (A)matriciana in Roms klassischen Restaurants und den popigen neuen Trattorie auf der Spur.

  • Kanonenschüsse haben ihren Preis

    Der tägliche Kanonenschuss vom Gianicolo

    Wenn Sie von der Aussichtsterrasse vom «Gianicolo», nach dem römischen Gott mit zwei Gesichtern Giano (Janus in Latein) benannt, fasziniert über die Stadt schauen und plötzlich einen Kanonenschuss hören, dann erschrecken Sie nicht, sondern werfen Sie einen Blick auf Ihre Uhr – es ist auf den Punkt 12:00 Uhr.

    Gianicolo und seine Aussicht auf die Altstadt Roms

    Nach dem Willen von Papst Pius IX wird seit 1847 Tag für Tag mittags um 12:00 Uhr ein Kanonenschuss abgefeuert – anfänglich von der Engelsburg und seit dem 24. Januar 1904 vom «Gianicolo» aus einer alten österreichischen Kanone, unterhalb des markanten Reiterstandbildes von Giuseppe Garibaldi (1807-1882). Damit wollte der Papst bewirken, dass die Glocken von Rom alle zur gleichen Zeit zu läuten beginnen. An Tagen, an denen der Verkehrslärm nicht besonders stark ist, vor allem im Sommer, kann man den Schuss sogar in weit entfernten Vierteln gut hören.

    Von sich reden macht nun die Kanone durch die, im Rahmen der Bilanzoffenlegung der Stadt Rom, veröffentlichten Kosten. So wurde für den Zeitraum von 2015-2018 der stattliche Gesamtbetrag von € 194.994,93 als Kostenposition von der Stadtregierung nicht berücksichtigt und wird dem Militärkommando der Stadt noch geschuldet. Derzeit prüft eine Kommission, ob der Betrag von € 133,55 pro Tag begründet ist.

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