Italy

  • Ein Amerikaner in Rom

    American Adademy Luftaufnahme

    Nein, wir sprechen nicht von der italienischen Filmkomödie und Klassiker aus dem Jahr 1954, in dem der römische Volksschauspieler Alberto Sordi den amerikanischen Lebensstil nachahmte.

    Vielmehr beziehen wir uns auf die «American Academy» in Rom. Es handelt sich um eine der führenden amerikanischen Institutionen im Ausland für weiterbildendes Studium und Forschung in den Kunst- und Geisteswissenschaften. Die monumentale Inspiration der Ewigen Stadt stellt dabei ein wesentliches Element in der Entwicklung der Künstler und Wissenschaftler dar. Wie andere Institutionen in Rom nimmt sie in ihrer Residenz Studierende unterschiedlichen Alters auf, insbesondere solche, die sich mit Archäologie und der antiken Literatur, Architektur- und Kunstgeschichte befassen. Im Gegensatz zu anderen – die öffentlich sind und vom Kultusministerium subventioniert werden – ist die «American Academy» von der US-Regierung anerkannt, aber sie ist privat und ihre Mittel stammen aus einer Fundraising-Aktion.
    Die Akademie existiert seit 1893, als bei der EXPO in Chicago eine kleine Gruppe, bestehend aus den Architekten Charles Follen McKim und Daniel Burnham sowie zwei Malern und Bildhauern beschloss, ein Zentrum für das Kunststudium im Herzen der klassischen Tradition des antiken Roms zu schaffen. Keine andere Stadt als Rom eignete sich ihrer Auffassung nach dafür besser. Im Jahr 1914 wurde das von McKim, Mead & White entworfenen Hauptgebäude gebaut. Heute belebt eine dynamische internationale Gemeinschaft das Areal. Dreissig US-Künstler und -Wissenschaftler werden jährlich für den Rom-Preis von einer Fachjury ausgewählt. Die Gewinner, die im Frühjahr bekannt gegeben werden, verfügen über ein Gehalt, eine Unterkunft und ein Atelier. Hinzu kommen sechs italienische Stipendiaten für Aufenthalte von drei bis fünf Monaten, dreissig amerikanische Lehrer klassischer Fächer, für Sommerauffrischungskurse und zehn Jahresbewohner, hauptsächlich angesehene Persönlichkeiten, die eingeladen sind, einen Teil ihrer Zeit und Ideen mit der Gemeinschaft der Akademie zu teilen.

    American Adademy Eingang

    American Adademy Gartenanlage

  • Kosmaten und ihr Erbe

    Inschrift der Kosmaten

    Clevere Handwerker, die später als Cosmati bezeichnet wurden, fanden im Rom um die Jahrtausendwende ein perfektes Recyclingsystem für den kostbaren Marmor, der zu Ruinen gewordenen Pracht aus der Antike. Sie schufen daraus ornamentale Mosaike. Die römischen Marmorarbeiter (Marmorarii Romani), wie sie sich selbst nannten, sorgten so für eine neue Art der Kirchendekoration. Sie verstanden es, die Marmorsäulen in dünne Scheiben zu schneiden, wie eine Salami. Diese Kunstwerke zieren unzählige Fussböden, Kreuzgänge oder liturgische Einrichtungen verschiedenster Kirchen in Rom. Die Handwerksgruppe, welche über vier Generationen tätig war, bestand aus Steinmetzen, Maurern, Bildhauern, Architekten und Malern. Ihre Namen blieben vielfach unbekannt. Oft signierten sie jedoch ihre Werke und der Vorname Cosma oder Cosmas taucht auffallend häufig auf. In einem Zeitraum von über 200 Jahren schufen sie in Rom, den Regionen Lazio und Umbrien zahlreiche Werke. Weltweit existieren Cosmaten-Arbeiten nur in der Westminster Abbey in London und in Canterbury. Es sind Auftragsarbeiten eines englischen Klerikers und wahrscheinlich die ersten Zeugnisse italienischer Gastarbeitertätigkeit.

    Fussboden der Kosmaten Santa Maria in Cosmedin

  • Schweizer Gardisten bekennen Farbe

    Schweizer Garde mit ihrer farbenprächtigen Uniform

    Der Entwurf der farbenprächtigen Uniform der Schweizer Garde wird häufig Michelangelo zugeschrieben, doch es scheint, als habe dieser sich nie damit befasst.
    So ist die heutige Uniform weitgehend dem Entwurf des Kommandanten Jules Repond (1910-1921) zu verdanken.
    Die Farben, die die Gardeuniform charakterisieren, sind die Traditionsfarben der Medici: Blau, Rot und Gelb, zu denen das Weiss der Handschuhe und des Kragens kommt. Die blauen und gelben Stoffstreifen unterbrechen in fliessender Bewegung das Rot der Hose und der Weste. Dieser Kommandant schaffte auch die Hüte ab und ersetzte sie durch die heute noch übliche Baskenmütze. Die Alltagsuniform ist schlicht und vollständig in blauer Farbe gehalten.

  • Italienische Spezialität auf dem Teller – «Pizzette»

    Die ofenwarmen Pizzette schmecken unwiderstehlich

    Wer kennt es nicht … unvorhergesehene Gäste, die an der Türe stehen. Wenn Sie nicht einfach in die Küche verschwinden wollen, dann spannen Sie Ihren Besuch doch ein. Das gemeinsame Werken macht Spass. Wir verraten Ihnen unser ultimatives Rezept für eine super schnelle Köstlichkeit, bei der die Italianità sofort überschwappt. Die Mini-Pizzastückchen erfreuen sich bei Klein und Gross enormer Beliebtheit. Und selbst gebacken schmecken sie besonders fein – einfach unwiderstehlich. Da der Teig ganz ohne Hefe auskommt, ist das Gebäck in einer halben Stunde auf den Tisch gezaubert.

    Zutaten für ca. 40 Pizzette
    200 g Mehl
    200 g Frischkäse (auch Ziegenfrischkäse eignet sich)
    25 g flüssige Butter
    Mozzarella
    Oregano getrocknet
    Passata di Pomodoro (Tomatensauce)
    Salz

    So wird's gemacht – schnell, einfach & köstlich
    Mehl, Frischkäse, flüssige Butter und eine Prise Salz zu einem Teig vermengen und diesen ausrollen (zwischen 5-8 mm dick darf er schon sein). Ein Glas mit einem Durchmesser um die 4-5 cm zum Ausstechen der Pizzette verwenden. Die Teigstückchen auf ein mit Backfolie ausgelegtem Blech legen. Ein Teelöffel Passata di Pomodoro auf den Teig geben, eine Prise Salz und getrockneten Oregano auf die Tomatensauce  streuen. Zum Schluss das Gebäck mit klein gewürfelten Mozzarella-Stückchen belegen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ca. 20-25 Minuten backen (bis der Mozzarella zerflossen ist).

    Der ausgerollte Teig ist zum ausstechen bereit

    Pizzette mit Tomatensauce, getrocknetem Oregano und Mozzarellastückchen

    Das passende Getränk
    Gut passen die gängigen Aperitif-Getränke, seien es alkoholische als auch alkoholfreie. Doch auch ein Glas Prosecco oder ein leichter Weisswein sind perfekte Begleiter für die Pizzette. Bier passt ebenso gut. Sollten Sie auf Rotwein schwören, dann unbedingt einen leichten, fruchtigen wählen.

    Aperitivo in der Ewigen Stadt – like a local
    In althergeholten Bars gibt es sie noch – die Pizzette, die in der Regel warm serviert und zu einem Aperitivo gereicht werden. Auch so manche Bäckerei führt dieses Gebäck im Sortiment, das sich als Fingerfood zum Naschen für unterwegs bestens eignet.

    LOCALIKE Tipp
    Wir verraten Ihnen die angesagten Bars und Bäckerein mit den besten Pizzette. Kontaktieren Sie uns. Ihr personalisiertes Reiseprogramm bringt Sie in Rom auch zur nächsten Bar oder Bäckerei – like a local.

  • Zeit für einen Spritz – Aperitif-Kult in Rom

    Spritz – zum Sonnenuntergang schmeckt er besonders gut

    «Ci prendiamo un aperitivo?» – Nehmen wir einen Aperitif – heisst der Slogan!

    Wo ist die Frage und da gibt es in Rom viele attraktive Location um den Aperitif-Kult zu huldigen: auf der Piazza, im lauschigen Garten, am Tiber, auf einem Rooftop, am nahegelegenen Strand usw.
    Welches Getränk gewählt wird, ist für viele keine Frage – einen Spritz.

    So  wird der bittersüsse original Aperol Spritz zubereitet:
    Zuerst Prosecco und dann Aperol (bei dieser Reihenfolge setzt er sich nicht am Boden des Glases ab) zu gleichen Teilen in ein Glas mit Eiswürfeln geben, mit Soda auffüllen und mit einer Orangenscheibe dekorieren.
    Varianten: Prosecco mit trockenem Weisswein ersetzen oder auch Aperol mit Bitter Campari oder Select (traditionell in der Stadt Treviso).

    Aperol ist ein Destillat aus Rhabarber, Chinarinde, gelbem Enzian, Bitterorange und aromatischen Kräutern.

    Der Ausdruck Spritz dürfte eine phonetische Verkürzung von Gespritzter oder Spritzer sein, der österreichischen Bezeichnung für die Mischung von Wein und Mineralwasser. Die österreichischen Soldaten im Veneto prägten zur Zeit der habsburgischen Belagerung 1700 bis Ende 1866 diesen Begriff, der heute Kultstatus geniesst.

    Spritz – zum Aperitivo geht immer

    Spritz – mit Eiswürfeln und Orangenschmitz

  • Villa Medici – ein Stück Frankreich zum Entdecken

    Villa Medici – Blick auf den Park

    Die Villa Medici befindet sich auf dem Pincio Hügel, über der Spanischen Treppe an den Park der Villa Borghese auf der einen und an das Kloster der Trinità dei Monti auf der anderen Seite angrenzend.
    Zuletzt war die Villa einer der Schauplätze des mit dem Oscar ausgezeichneten Films «La Grande Bellezza» von Paolo Sorrentino. Der Garten ist mit dem Preis Schönster öffentlicher Park Italiens 2015 ausgezeichnet worden.

    Diese Prachtvilla entstand im 16. Jh. Der Sammler und Mäzen Ferdinando de'Medici, der bereits 13-jährig zum Kardinal gewählt wurde liess als Liebhaber der Antike die Villa wie ein Museum ausgestalten. Auch der Park mit seinen botanischen Raritäten wurde effektvoll in Anlehnung an die botanischen Gärten in Pisa sowie Florenz inszeniert und mit bedeutenden antiken Fundstücken reich dekoriert.

    1803 änderte sich der Verwendungszweck der Villa radikal. Vom privaten Palazzo und zweiter Residenz der Familie Medici wird sie zum Sitz der von Ludwig XIV gegründeten französischen Akademie.
    Seit damals beherbergt die Villa junge französische Künstler – Stipendiaten des Prix de Rome – und bietet ihnen die Möglichkeit, an diesem exklusiven Ort zu wohnen und zu schaffen.

    Villa Medici – Hauptgebäude

    Villa Medici – Installation

  • Garbatella – dörfliche Idylle abseits vielbesuchter Must-see und Touristenpfaden

    Garbatella und ein typischer Strassenzug.

    König Vittorio Emanuele III setzte an einem sonnigen Februartag im Jahr 1920 den ersten Stein der «Borgata Giardino Concordia» (Gartenvorstadtviertel Concordia). So wurde das Viertel Garbatella ursprünglich genannt – verschiedene Parzellen mit etwa 40 zweistöckigen «Villette» (Familienhäuser), 190 Unterkünfte in Häuserblöcken.

    Garbatella – Garden Cities
    Inspiriert von den englischen Garden Cities und den sozialistisch-utopistischen Ideen von Owen entstand in unmittelbarer Nähe des damaligen Industriegebietes im Südwesten der Stadt, zwischen Testaccio und Ostiense mit seiner Stromzentrale und Generalmärkten, dieses Wohnviertel für Arbeiter und Angestellte. Vorangegangen war 1871 die Einheit Italiens und die Verlegung der Hauptstadt nach Rom. Die Neuzuzüge benötigten dringend Wohnungen. Weinberge, Olivenhaine, Artischockenfelder und Schafweiden mussten dafür weichen. Das ursprüngliche Projekt der Architekten Giovannoni und Piacentini orientierte sich an den in Grossbritannien entwickelten Garden Cities, welche durch einen bewohnten Kern, abseits des Zentrums, charakterisiert waren. Ein- und max. dreistöckige Mehrfamilienhäuschen, jedes mit seinem privaten Gemüsegarten und gemeinnützigem Grün, ähnlich, doch jedes in den Details unterschiedlich, so präsentierte sich Garbatella einst.

    Garbatella und sein «Case Rapide»
    In der faschistischen Zeit erfuhr die städtische Entwicklung auch in Garbatella eine brüske Änderung und es wurde aufgrund von dringendem Wohnungsbedarf eine Bauweise mit einer höheren Wohndichte und folglich überfüllten Wohnungen gefördert. Zwischen 1923 und 1928 wird der autonome Vorort zum Viertel. Es kam zum Bau der sog. «Case Rapide» (schnelle Häuser). In ihnen fanden Familien Unterschlupf, die ihre Wohnungen durch die von Mussolini in die Wege geleitete Modernisierung verloren. Durch den Bau der zum Kolosseum führenden Via die Fori Imperiali und zum Petersdom führenden Via della Conciliazione wurden ganze Häuserzeilen dem Erdboden gleich gemacht. Die Umquartierung für die betroffenen Bewohner bedeutet damals so viel, wie die Stadt zu verlassen und ins Grüne sprich in die Peripherie ziehen zu müssen.

    Als Via di Fori Imperiali noch nicht bebaut war. Als die Via dei Fori Imperiali noch nicht gebaut war.

     

    Garbatella und seine «Alberghi Collettivi»
    In den Jahren 1928/29 wird vom Architekten Innocenzo Sabbatini mit einer anderen Art von Wohnhäusern, jene der sog. «Alberghi Collettivi» (kollektive Vorstadtherbergen) um die Piazza Michele da Carbonara experimentiert. In ihnen sollten die aus dem Altstadtzentrum ausquartierten Familien für eine bestimmte Zeit wohnen. Der private Bereich bestand aus den nach Geschlecht getrennten Schlafsälen im gegensatz zu den allgemeinen Bereichen (Sanitäranlagen, Bäder, Küchen, Speisesäle, Kindergärten, Schulen, Ambulatorien usw.). 1931-1933 folgten die Schule, das sechsstöckige Theater Palladium sowie ein polifunktionales Gebäude. Für das Wohnbauprojekt zeigte sogar Mahatma Gandhi Interesse und besuchte 1931den Kindergarten der Vorstadtherrbergen.

    Garbatella heute?
    Lange Zeit begleitete Garbatella der Ruf einer etwas anrüchigen Gegend. Ab den 90er Jahren ist es zu einem attraktiven Wohnviertel mit seinem speziellen architektonischen Mix auch für höhere soziale Schichten geworden. Wohnungen bzw. eine Villetta in Garbatella galten von da an als begehrenswert, trendig, sehr zentral, gleichzeitig abseits vom Trubel und doch im Grünen – als Herz der Romanità, nebst den mitunter sehr touristisch gewordenen Trastevere.

    Mitten in der Grossstadt Rom. Auch das ist Rom ...

     

    Alle Wege führen nach Garbatella
    Die Metrolinie B Rebibbia-Laurentina zum Beispiel ab dem Bahnhof Termini Richtung Laurentina bringt Sie zur Haltestelle Garbatella. Von dort erkunden Sie ausschliesslich zu Fuss oder per Vespa wie Nanni Moretti in seinem Film Caro Diario (Liebes Tagebuch) die Gegend.

    LOCALIKE Tipp
    Entdecken Sie Garbatella in einer geführten Walking-Tour – like a local. Ihr personalisiertes Reiseprogramm führt Sie ab in die Idylle Roms und wir verraten Ihnen dabei die traditionellen und angesagten Lokale, in denen sich die Einheimischen besonders gerne aufhalten. Kontaktieren Sie uns, wir helfen gerne weiter.

  • Il Roseto Comunale – eintauchen in ein kurzlebiges Blütenmeer

    Il Roseto mit zwei Strauchrosen

    Am Aventin öffnen sich im Frühjahr die Tore eines der romantischsten Gärten Roms. Dann erblühen 1‘100 Rosen aus aller Welt. Ein Triumpf von Farben und Düften schenkt diesem Ort mit Blick auf den Palatin und Circo Massimo ein prachtvolles und kurzlebiges Naturspektakel.

    Seit dem 3. Jh. v. Chr. ist dieser Ort den Blumen geweiht. Tacitus erzählte vom Tempel der Göttin Flora und die Feiern zu ihren Ehren, die Floralia, welche im Frühjahr im Circo Massimo abgehalten wurden.

    Mit Gärten und Reben bedeckt wurde die Stelle zum Orto degli Ebrei, dem Garten der Juden, welche die Erlaubnis erhielten, hier Gräber zu errichten. Über drei Jahrhunderte hinweg, von 1645-1934 wurde diese Brache auf dem Aventin von der jüdischen Gemeinde in Rom als Friedhof genutzt.

    Ursprünglich hatte die Schöpferin des Rosengartens Contessa Mary Gailey Senni am Colle Oppio 1932 angelegt. Er ist nach dem Bagatelle bei Paris der weltweit zweitältesten Rosengarten.

    Nach seiner Zerstörung während des Krieges und mit Einwilligung der jüdischen Gemeinde Roms entschied die Stadt 1950, den Rosengarten auf diesem Gelände anzusiedeln und dabei das Andenken an den alten Friedhof des Aventin zu erhalten. Die hohen Zypressen am Rande des Gartens sind dieselben, die zwischen den Gräbern wuchsen.

    Der breiteste Teil des Gartens in seiner Anlage erinnert an eine Menora, den siebenarmigen Leuchter des Judentums. Ausserdem sind in der Nähe der beiden Eingänge Schilder angebracht, die die Form der Gesetzestafeln aufgreifen. Diese Anlehnung an die jüdische Religion steht mit der ehemaligen Funktion des Geländes in direkter Verbindung.

    Il Roseto aus der Vogelperspektive

     

    Il Roseto Detailaufnahme einer Rose

  • Vittoriano – ein Rooftop der besonderen Art

    Seitenansicht des Vittoriano

    Dieses gewaltige, weisse Denkmal mit seinen breiten Treppen, Terrassen und Säulen wurde zwischen 1885 und 1911 zu Ehren von Viktor Emanuel II, der für die Einigung Italiens sorgte, erbaut. Zu diesem Zweck mussten antike und mittelalterliche Ruinen im Gebiet um das Kapitol sowie bestehende Quartiere aus dem Mittelalter und der Renaissance zugunsten neuer städtebaulicher Pläne weichen.

    Das Vittoriano, als die Via dei Fori Imperiali noch nicht existierte

    Die Romani lieben es nicht und nennen das gigantische Gebäude aufgrund seiner Form La Macchina da Scrivere (Schreibmaschine), Dentiera (Gebiss) oder La Torta di Nozze (Hochzeitstorte).

    Das Monument beherbergt das Institut für Geschichte des italienischen Risorgimento, das Zentralmuseum des Risorgimento und seit 1921 das von zwei Soldaten flankierte Grab des unbekannten Soldaten. Daher wird auch vom Altare della Patria (Altar des Vaterlandes) gesprochen.

    Seit dem Jahr 2007 führen zwei gläserne Panoramalifte auf die 65 m hoch liegende Aussichtsterrasse. Von dieser Terrazza delle Quadrighe, dem höchsten Punkt des riesigen Bauwerkes, bietet sich ein grandioser 360 Grad Rundumblick: über das Kolosseum, die Kaiserforen, die Kuppeln der zahlreichen Kirchen der Altstadt, den Tiber, das Ghetto, das Kapitol und Quirinalspalast bis hin zum modernen Quartier EUR - Esposizione Universale di Roma und die Hügeln vor den Toren der Stadt, den Castelli Romani.

    Panoramablick vom Vittoriano

    LOCALIKE Tipp
    Dem Himmel ein Stückchen näher sein und den Blick über die Dächer von Bella Roma schweifen lassen – wer möchte das nicht? Mit SELECTION «Rooftop» gehen Wünsche in Erfüllung: Auf versteckten, exklusiven Dachterrassen und -gärten entrücken Sie dem Trubel der Stadt – sei es auf einen Espresso, zu einem prickelnden Aperitivo oder für ein stilvolles Abendessen. Oder einfach, um im sanften Licht des Sonnenuntergangs die Ewige Stadt von ihrer schönsten Seite zu erleben. Lassen Sie sich verführen: Über den Dächern von Rom ist ab Mai bis Oktober beinahe alles möglich!

  • Tanti Auguri Roma

    Ausblick vom Palatinhügel auf das Forum Romanum

    Buon compleanno Roma!  Die Ewige Stadt feierte seinen 2'771. Geburtstag!
    Natale di Roma hat nichts mit Weihnachten (Natale) zu tun, sondern in diesem Fall wird von der Geburt  (zweite Bedeutung des Wortes) der Stadt Rom gesprochen.

    Nach der Legende soll bekanntlich Romulus am 21. April 753 v. Chr. die Stadt am Palatin gegründet haben. Der Palatin gilt deshalb auch als die Wiege Roms. Beim Datum handelte es sich um den Festtag im antiken Kult des Pales, Gott der Hirten und Herden. Von ihm leitet sich wahrscheinlich auch der Name des Hügels Palatin (Palatinum) ab.

    Der Palatin, einer der berühmten sieben Hügel Roms liegt auf einer Höhe von etwa 50 m über dem Meeresspiegel im Zentrum eines Halbkreises Richtung Tiber und der Tiber-Insel. Isoliert, jedoch im nördlichen Bereich mit dem Hügel Esquilin verbunden, stellte er einen geeigneten Ort dar, um eine Siedlung zu errichten. Das darunter liegende Gebiete liess sich leicht kontrollieren und der nahe gelegene Fluss diente einerseits der frischen Wasserversorgung und andererseits als Handelsweg. Im Gegensatz zu dem darunterliegenden sumpfigen Areal, herrschte ein angenehmes Klima mit guter Luft auf dem noch höher gelegenen Hügel (in den darauf folgenden Jahrtausenden wurden die Täler mit Bauschutt gefüllt).

    Der Überlieferung zufolge befand sich am Fusse des Hügels, in der Nähe des Tibers, die Höhle der Wölfin, welche die von ihrer Mutter ausgesetzten Zwillinge Romulus und Remus säugte. In diese frühe Zeit fällt auch im nahe gelegenen Tal die Entstehung des Forum Romanum, dem ursprünglichen Dorfplatz und Treffpunkt der Hügelbewohner.

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