Allgemein

  • Italienische Spezialität auf dem Teller – «Piadina»

    Derzeit spielen sich unsere Reiseträume alle noch im Kopf ab. Wir begnügen uns vorerst mit virtuellen Museumsbesuchen, spannender Reiselektüre, Filmen an Originalschauplätzen … Das hilft, um uns in Ferienstimmung zu versetzten. Eine weitere hervorragende Möglichkeit ist es, «la cucina italiana» auf unsere Teller zu zaubern.
    In diesem Fall geht es ruckzuck – Ihre Italiensehnsucht wird für das Erste gestillt und mit ihr auch der Hunger.

    Unser Rezept für Sie – La Piadina (Mehrzahl Piadine) stammt aus der Romagna (Landstrich zwischen Bologna und Rimini) und gilt dort als der Klassiker, etwa wie die Pizza für die Neapolitaner und ist nicht nur als Streetfood beliebt.
    Das dünne Fladenbrot wird in einer Pfanne oder traditionell auf einer Gusseisenplatte gebacken. Einheimische Fladenbäckerinnen mit viel Erfahrung backen an die 600 Stück pro Tag.
    Als Füllung verwenden die Romagnoli mit Vorliebe Produkte ihrer Region, wie Prosciutto di Parma, Mortadella di Bologna oder Culatello. Auf die Piadina wird vorab der weiche, beinahe flüssige Frischkäse aus der Region, der Squacquerone di Romagna DOP gestrichen, der nur in bestimmten Provinzen der Romagna und nur mit der Milch von ausgewählten Rinderrassen hergestellt werden darf.

    Piadina – auf Gusseisenplatte

    Rezept für zwei Piadine
    Nach einem von unserer Freundin «Flaminia Chef a porter» leicht abgewandelten Originalrezept nachgekocht.

    Teig
    • 150 g Weizenmehl
    • 80 ml Wasser
    • 2 EL gutes Olivenöl
    • 2 Prisen Salz

    Füllung
    • Einige Scheiben Rohschinken (wir wählen den San Daniele) oder auch Mortadella, wenn Sie mögen
    • Rucola
    • Stracchino*

    * Milder, sahniger Weichkäse aus Kuhmilch, der mit seiner zerfliessenden Konsistenz zu Italiens beliebtesten Streichkäsen zählt. Der Name leitet sich davon ab, dass der Käse ursprünglich aus der Milch der zur Herbstzeit aus den Bergen zurückkehrenden «müden» Kühe (Vacche Stracche) hergestellt wurde.

    Zubereitung
    Alle Zutaten für den Teig verrühren und zu einer glatten Kugel formen. In einer Schüssel mit einem Tuch abgedeckt im Kühlschrank eine Stunde rasten lassen.
    Die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben. Den Teig in 2 gleiche Teile teilen und mit dem Nudelholz rund ausrollen (Durchmesser etwa 15 cm und höchstens 5 mm dick). In einer heissen, grossen Pfanne (ohne Fett!) auf jeder Seite 1 Minute backen. Mit Stracchino bestreichen, mit Rohschinken und Rucola nach Belieben belegen, eng zusammenrollen und in der Mitte schräg durchschneiden.

    Piadina – gefüllt mit Prosciutto crudo, Rucola und Stracchino

    In Ihrem nächsten Italienurlaub verlangen Sie am Imbissstand:
    «Una Piadina con Crudo, Squaquerone e Rucola.»

    Wenn der Italia-Blues droht, synchronisieren Sie sich mit italienischer Musik und beissen herzhaft in Ihre selbstgebackene Piadina.

    ✪ LOCALIKE Tipp
    Rezepte zu römischen Klassikern, finden Sie bereits auf unserem Blog unter «Römische Spezialitäten auf der Speisekarte».

  • Biblioteca Angelica – ein verborgener Schatz im Zentrum von Rom

    Biblioteca Angelica – der öffentliche Lesesaal

    Ein unscheinbarer Eingang neben der bei der Piazza Navona liegenden Kirche Sant’Agostino führt in dieses unglaubliche Reich an kostbaren, antiken Büchern.

    Name und Entstehung
    Der Name der Bibliothek leitet sich von dessen Gründer Angelo Rocca ab, der 1614 unter Papst Sixtus V als Titularbischof und Leiter der Vatikanischen Druckerei, seine private Büchersammlung von 20'000 Werken den Augustinermönchen schenkte. Die Besonderheit lag darin, dass Angelo Rocco sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte – ein absolutes Novum für die damalige Zeit. Es war somit die erste für die Bevölkerung zugängliche Bibliothek in Europa. Auch heute noch ist die Bibliothek öffentlich zugänglich.

    Sammelschwerpunkt
    Die ältesten Schriften gehen auf die damals betreibenden Augustiner zurück. Sie sammelten zahlreiche Bücher zur Reformation und Gegenreformation.
    Heute umfasst die Sammlung ca. 200'000 Werke in verschiedenen Sprachen, davon gehören mehr als 100'000 zum Altbestand. Besonderen Wert verzeichnen die Sammlung alter Handschriften und 1'112 Inkunablen. Unter 2'664 Handschriften befinden sich elf arabische Codices. Einen weiteren Schatz stellen die 18'000 Drucke aus dem 16. Jh. dar. Zahlreich sind die Schriften aus dem 17. und 18. Jh. über Rom und Reiseliteratur aus dem 16./17. Jh.
    Seit der Eroberung Roms durch die Truppen des Königsreiches Italiens untersteht die Bibliothek dem italienischen Staat und wird vom Kulturministerium kontrolliert.

    Biblioteca Angelica – Bücher, soweit das Auge reicht

    Biblioteca Angelica – eines der unzähligen Werke

  • Der letzte römische Schrei – Bike-Sharing

    Uber JUMP Elektrofahrrad – auch vor dem Kolosseum gibt es eine gute Figur ab

    Unterschiedliche Betreiber versuchten bereits in der nahen Vergangenheit das Business des Bike-Sharing in Rom zu erobern. Vergeblich – bis anhin gaben alle wieder nach sehr kurzer Zeit auf. Zu viel Vandalismus. In Anbetracht der hohen Instandhaltungskosten sahen die früheren Investoren rot und warfen das Tuch.

    UBER und ihr JUMP
    Nicht so UBER. Die Firma ist mit seinen knallroten Elektrofahrrädern JUMP ins Geschäft eingestiegen, die aufgrund ihrer Signalfarbe bereits in der Ferne ins Auge stechen. Selbst nach  3 Monaten prägen sie immer noch das Strassenbild.
    Zu Beginn ihres Siegeszugs standen in der Stadt 700 JUMP’s zur Verfügung. Dies entspricht einem Fünftel des Endstands – es sollen nämlich noch 2'800 folgen, die eine Fläche von 57 km2 abdecken, wenn es nach dem Willen des Betreibers geht. Nebst dem historischen Zentrum werden auch Aussenbereiche wie EUR, Coppedè, Monteverde Nuovo und Fleming mit den Elektrofahrrädern bestückt. Die Römerinnen und Römer erhoffen sich eine baldige Erweiterung auf zusätzliche historische Quartiere.

    Uber JUMP Elektrofahrrad – das Fortbewegungsmittel in Rom

    Charakteristika der JUMP-Bikes
    Die auffälligen Fahrräder mit Lenkstangenkorb und schwarzer Hinterradabdeckung verfügen über einen integrierten Block, ein GPS-System, das geolokalisiert werden muss – sowohl von den Benutzern als auch von jenen, die die Logistik des Dienstes verwalten.
    Die Trittgeschwindigkeit steigt stufenweise bis zu 25 km/h. JUMP-Bikes sind pedalunterstützt: je mehr in die Pedale getreten wird, desto schneller fährt es.
    Trotz des eher hohen Preises von EUR 0,20 pro Minute und EUR 0,25 zum Entblocken am Start, scheint dieses System bei Einheimischen wie bei Touristen Anklang zu finden.
    Seit Mitte November vergangenen Jahres will die Firma Helbitz mit ihren weissen Elektrofahrrädern dem JUMP die Stirn bieten. Ihr Präsenz ist allerdings dürftig (ob es wohl an der Farbe liegt)?

    Uber JUMP Elektrofahrrad – zu übersehen sind die roten Bikes kaum

    So funktioniert es

    • Öffnen Sie die UBER-App, wechseln Sie zu Fahrrädern und Rollern und buchen Sie ein Fahrrad in der Nähe.
    • Wenn Sie ein freies Bike finden, beginnen Sie sofort mit dem nächsten Schritt.
    • Scannen Sie den QR-Code, um das Fahrrad zu entriegeln und ziehen Sie das Kabel an der Teilverriegelungsvorrichtung vollständig ein.
    • Um den Verleih zu beenden, schliessen Sie das Fahrrad mit der Sperrvorrichtung am Hinterrad.
    • Blockieren Sie keine Gehwege oder Zufahrtsrampen und parken Sie immer in den in der App angegebenen Bereichen.

    Gute Fahrt und viel Spass beim Entdecken der Ewigen Stadt wünscht Ihnen das LOCALIKE-Roma Team.

    LOCALIKE Roma Tipp
    ✪ Sie wollen die Stadt erkunden mit dem trendigen Elektrofahrrad JUMP, haben aber keinen Plan? LOCALIKE-Roma ist Ihnen gerne behilflich bei einem entsprechenden Guide, der Sie zielstrebig durch die Ewige Stadt lotst. Zögern Sie uns nicht zu kontaktieren.

  • Raffaels Wandteppiche

    Wandteppich von Raffael – Der wunderbare Fischzug Kartonvorlage

    Raffaels Wandteppiche, die er im Auftrag von Papst Leo X. entwarf, kehren vom 17. bis 23. Februar 2020 in die Sixtinische Kapelle zurück. Auf diese Weise begehen die Vatikanischen Museen den 500. Todestag des Künstlers. Das letzte Mal wurde der Zyklus der zehn Wandteppiche mit den Ausmassen von je 5 x 4 m an dem Ort, für den sie gewebt wurden, 1983 ausgestellt. Derzeit arbeiten Techniker an einem ausgeklügelten Beleuchtungssystem, um für die Besucher der Sixtinischen Kapelle diese Geschichten aus Wolle, Seide und Goldfäden ins beste Licht zu rücken.

    Geschichte der Wandteppiche
    Raffael zeichnete das Leben der Heiligen Petrus und Paulus als Vorlage für die Wandteppiche auf Karton, was alles andere als einfach war. Um einen Wandteppich im Positiv zu erhalten, werden die Bilder gespiegelt. Die auf Karton angebrachten Zeichnungen schickte man an einen der besten Wandteppichhersteller jener Zeit – Pieter van Aelst in Brüssel.

    Wandteppich von Raffael – Der wunderbare Fischzug als Teppich

    Heute sind sie aus Gründen der Konservierung nicht mehr in der Sixtinischen Kapelle ausgestellt. Die Wandteppiche werden in der Vatikanischen Kunstgalerie aufbewahrt und in Rotationen freigelegt, um sie vor zu starken Beschädigungen zu bewahren.
    Für die Pflege dieser Meisterwerke, an denen schon viele geschickte Hände beteiligt waren, ist das Laboratorium der Wandteppiche und Stoffe der Vatikanischen Museen zuständig. Es besteht aus fünf professionellen Restauratoren und drei hochspezialisierten Nonnen mit unendlicher Geduld. So kostbare und grosse Wandteppiche zu restaurieren, erfordert jahrelange mühsame tägliche Arbeit und ungewöhnliches Können.

  • Papst Franziskus – sein liebstes Gemälde

    Caravaggio – sein Gemälde mit dem Titel «Die Berufung des heiligen Matthäus»

    “ (....) als ich nach Rom kam, habe ich in der Via della Scrofa gelebt. Von dort aus besuchte ich oft die Kirche San Luigi dei Francesi und habe das Gemälde «Die Berufung des heiligen Matthäus» von Caravaggio betrachtet.”

    Dieses Lieblingswerk von Papsr Franziskus hat eine tiefe und bewegende Bedeutung.

    Die Geschichte des heiligen Matthäus ist bekannt: Als Zöllner in der antiken Hafenstadt Kafarnaum wurde er von den Juden verachtet, da er im Dienst der römischen Besatzungsmacht die Steuern eintrieb. Es wird gesagt, dass Jesus, der neben Matthäus wandelte, ihm nur «folge mir» zurief, und der zukünftige Apostel stand auf und folgte ihm. Die Geschichte symbolisiert die Erlösung von der Sünde der Gier. Matthäus wurde ein Apostel und Evangelist – ihm verdanken wir das Matthäus-Evangelium.

    Papst Franziskus kommentiert das Bild wie folgt:
    “ (…) in der Malerei bewundere ich Caravaggio: Seine Leinwände sprechen zu mir. Es ist Matthäus' Geste, die mich trifft: Er schnappt sich sein Geld, als ob er sagen würde: Nein, nicht ich! Nein, das Geld gehört mir!
    Seht, das bin ich: ein Sünder, dem der Herr die Augen zugewandt hat.”

    Nicht alle Rombesucher wissen, dass einige der berühmtesten Werke von Caravaggio aber auch jene von Michelangelo in der Ewigen Stadt kostenlos zu besichtigen sind.

    San Luigi dei Francesi (Nationalkirche der Franzosen) – Frontansicht

    LOCALIKE Tipp
    ✪ Besuchen Sie neben der Kirche San Luigi dei Francesi auch die in unmittelbarer Nähe liegende Kirche Sant’Agostino, in der es ein weiteres Werk von Caravaggio zu bestaunen gibt.

  • Street Art – das Càpita(l) von Blu

    Street Art – oberer Bildausschnitt aus dem neusten Werk von Blu

    Rom wird immer öfter als die europäische Hauptstadt (Capitale) der Street Art bezeichnet. Es ähnelt einem grossen Museum unter freiem Himmel. Kostbarkeiten der antiken Kunst und Meisterwerke der unterschiedlichen Epochen sich inzwischen mit mehr als 350 Werke von nationalen und internationalen Street Artists durchmischt. Häufig erfolgt die Realisierung auf legalem Weg mit der Unterstützung von Vereinen, Kuratoren, Stiftungen oder der öffentlichen Verwaltung. Die Street Art erstreckt sich weniger auf das Stadtzentrum. Vielmehr ist sie in der Peripherie zu finden und sorgt für eine urbane, ästhetische und in einzelnen Fällen sogar soziale Aufwertung der Quartiere.

    Der Künstler
    Blu, wie sich der international bekannte, in Bologna lebende Street Artist nennt, der seine Identität nicht enthüllt, hat einige der bedeutendsten und interessantesten Werke in Rom geschaffen. Bei einem seiner letzten grossen Wandbilder, fertiggestellt im Dezember 2018, handelt es sich um «Càpita» im Stadtteil Rebibbia, mit dem er die heutige Gesellschaft kritisiert.

    Càpita – sein neustes Werk
    Das Wandbild zeigt eine imaginäre Attraktion in Form bunter Wasserrutschen, die in zwei verschiedene Becken führen. In einem ist das Wasser faulig und sammelt die Schwächeren der Gesellschaft und deren Abschaum auf. Im anderen Becken ist das Wasser kristallklar und repräsentiert die starken Kräfte. Dort wo das gelbe «L» von «Càpital» in die Grüne Wiese gefallen ist, flattern Geldscheine und fliesst Champagner. Die Reichen und Mächten mit dicken Bäuchen, goldigen Uhr und Ketten im aufblasbaren Sessel sitzend, werden von Lakaien bedient. Der Vergnügungspark nimmt das organische Erscheinungsbild eines menschlichen Dickdarms an, der Freude und Glanz, Elend und Scham, aber auch Dienstbarkeit und Unterwerfung vermittelt.

    Street Art – unterer Bildausschnitt aus dem neusten Werk von Blu

    Street Art – die Reichen und ihre Lakaien Detail

    Seine Message
    Blu führt uns unser verletztes soziales und kulturelle Gefüge vor Augen, das hierarchisch strukturiert ist. Das bereits ausgeprägte Niveaus der sozialen Ungleichheit und Ungerechtigkeit wird seiner Meinung nach durch Konsum, Verschwendung, Privilegien, Materialismus, Gewalt, Prunk und Inkompetenz nur noch verschärft. Die Gesellschaft wird vom verzweifelten Kapitalismus mit ihrer korrupten politischen Klasse getrieben, die unumkehrbar erscheint.

    Street Art – das gesamte Wandbild von Blu

  • Biblioteca Herziana – alt & neu

    Palazzo Zuccari – uns seine berühmte Pforte

    Das 1912 von Henriette Hertz gegründete Forschungsinstitut für italienische Kunstgeschichte gehört zu den renommiertesten in ganz Italien. Sie stiftete sowohl den Palazzo Zuccari als auch die gesamten Bücher der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, deutsche Institution zur Förderung der Wissenschaft, die seit 1948 in der Stiftung Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft zusammengeschlossen ist. Zum Gebäudekomplex des trapezförmigen Grundstücks zwischen der Via Sistina und der Via Gregoriana gehören der Palazzo Zuccari mit seinem Bibliotheksgebäude und der Palazzo Stroganoff mit Sitz der Fotothek.

     

    Die Büchersammlung
    Die Bibliothek des Institutes zählt zu den weltweit ältesten und vollständigsten wissenschaftlich-systematischen Büchersammlungen zur Kunst und Kulturgeschichte Italiens. Sie umfasst ca. 360’000 Werke, darunter knapp 1’000 laufende Zeitschriften. Der jährliche Zuwachs beträgt etwa 6’500 Titel. Schon die Büchersammlung von Henriette Hertz enthielt eine Vielzahl seltener Druckerzeugnisse. Dieser Grundbestand wurde seitdem in ausgewählten Bereichen systematisch ausgebaut. Zu nennen sind vor allem Romliteratur, Architekturtheorie, Topographica und Reiseliteratur zu Italien. Diese Schwerpunkte werden derzeit um die Themen Reisen im Mittelmeerraum sowie um Literatur und Quellen zur kolonialen Vergangenheit Italiens in Afrika erweitert. Mit einem Bestand von mehr als 87’000 Fotopositiven und Negativen sowie digitalen Aufnahmen zur italienischen Kunst und Architektur von der Spätantike bis in die Gegenwart gehört die Fotothek weltweit zu den führenden Archiven.

    Zutritt
    Der Zugang erfolgt leider nur mit gültigem Benutzerausweis. Voraussetzung ist die Promotion oder ein vergleichbarer Abschluss im Fach Kunstgeschichte oder einer benachbarten Disziplin. Ab und zu wird die Bibliothek für besondere Events oder Führungen geöffnet.

    Verlauf der Bauphase von 1994 bis 2012
    Im Jahr 1994 hatte man sich für einen Bibliotheksneubau anstelle des statisch und brandschutztechnisch unzureichenden Bibliotheksflügels aus den 1960er Jahren entschieden.
    Die Umbauarbeiten an der Biblioteca Hertziana gelten als eine der interessantesten architektonischen Eingriffe dieser Art, die in Italien durchgeführt wurden. Dies ist auf viele Aspekte zurückzuführen: den besonderen Standort bei Trinità dei Monti oberhalb der Spanischen Treppe, den Sieg des Designwettbewerbs von Juan Navarro Baldeweg, die architektonischen Lösungen, die Schwierigkeiten in der Umsetzungsphase und die Bewältigung aller damit verbundenen Probleme.
    Die bestehende Bibliothek, die 1962 auf dem Gelände des ursprünglichen Gartens des Palazzo Zuccari erbaut wurde, um das berühmte Portal «Mascherone» einzumauern, konnte einerseits dem imposanten Buchbestand nicht mehr gerecht werden und entsprach andererseits nicht den geltenden Vorschriften im Bereich Sicherheit und Brandschutz.
    Das Max-Planck-Institut entschied sich in der Folge, in die Reorganisation der Bibliothek zu investieren und startete einen internationalen Designwettbewerb, der den Abriss des bestehenden Bauwerks und die Rekonstruktion der notwendigen Räume umfasste.
    Den Wettbewerb gewann der in Madrid ansässige Architekt Juan Navarro Baldeweg, dessen Projekt von einem zentralen, offenen Innenhof geprägt ist. Auf drei Seiten ist er durch ein hohes Strukturglasfenster und auf der anderen Seite durch eine schräge Ziegelwand abgeschlossen. Neben der Wiederherstellung des imposanten Eingangs mit der charakteristischen Maske (Mascherone) umfasste der Neubau mehrere Stockwerke mit Büchergestellen und Lesesälen sowie eine Terrasse im Obergeschoss mit spektakulärem Ausblick auf die Altstadt von Rom.

    Palazzo Zuccheri – und sein Weitblick der begeistert

    Im Dezember 2001 wurde die Bibliothek für die anstehenden Bauarbeiten geschlossen und 70’000 Bände in die Galleria Nazionale d’Arte Moderna ausgelagert. Stolz ist man, dass der Bibliotheksbetrieb trotz der umfassenden Bauarbeiten nie eingestellt worden ist.
    Die Ziegelwand im Innenhof zeichnet sich durch eine Oberflächenbehandlung (ein weisser Kalkputz) aus, die eine stärkere Reflexion des einfallenden Lichts ermöglicht und die unregelmässige Struktur nicht verdeckt. Das Licht, die Backsteinziegel, der Travertin und das Ahornholz sind die unbestrittenen Protagonisten des Projekts. Baldeweg sprach von «luz es materia» (Licht bedeutet Materie). Die Glaswand gewährleistet eine maximale Transparenz, die mit den Bedürfnissen der statischen, klimatischen und natürlichen Beleuchtung vereinbar ist. Die Sonneneinstrahlung zu verschiedenen Tageszeiten und in verschiedenen Jahreszeiten wurden untersucht, um ein vollständiges Bild der gesamten Bandbreite der Auswirkungen auf das Glas zu erhalten.

    Palazzo Zuccari – und das Innenleben der Bibliothek

    Die Ausführung der Arbeiten erfolgte vom Architektenbüro Da Gai unter der Aufsicht von Baldeweg. Die unvorhergesehenen Ereignisse und Schwierigkeiten während der Bauphase haben die Ausführung der Arbeiten vehement beeinflusst. Die mehr als 10 Jahre, die bis zur Einweihung des Gebäudes benötigt wurden, sind der Beweis dafür.
    Das Hauptproblem bestand darin, dass im Untergrund des Bereichs, auf dem sich die neue Bibliothek befindet, die Überreste einer römischen Villa entdeckt wurden. Zum Vorschein kamen unter anderem Mauerwerk, polychrome Wandmosaike, Marmorböden und Freskenstrukturen. Der Grundriss der neuen Bibliothek ermöglichte es, den Untergrund des Gebäudes und damit die archäologischen Funde freizulegen.

    Jubiläum
    Im Jahr 2013 feierte die Hertziana zwei besondere Anlässe.
    Nach zwölf Jahren Bauzeit und Gesamtkosten von 20 Mio. EUR wurde der Bibliotheksneubau eingeweiht und am 15. Januar 2013 das neue Bibliotheksgebäude nach dem Entwurf von Juan Navarro Baldeweg feierlich eröffnet. Kurz darauf feierte die Bibliotheca Hertziana ihr 100-jähriges Bestehen. Also alles «just in time»!

  • Kuriosität – Der fehlende Apostel auf dem Petersplatz

    Der fehlende Apostel auf der Balustrate – by Night

    Monumental, spektakulär und voller Details präsentiert sich die Piazza San Pietro, die einem den Atem rauben. Kein Zufall also, dass dieser Ort einer der meistbesuchten Highlights für Touristen der Ewigen Stadt ist.
    Der Petersplatz birgt viele Kuriositäten und Legenden, die häufig nicht einmal gut informierte Einheimische kennen und nur bei genauer Betrachtung und Kenntnis auffallen: etwa warum auf der Balustrade der Frontseite der Peterskirche ein Apostel fehlt?

    Der fehlende Apostel auf der Balustrate – Detailansicht

    Es fehlt doch tatsächlich der Heilige Petrus. Ihm, der der Basilika und dem Platz seinen Namen gibt ist nämlich eine separate Statue auf dem Platz gewidmet. Und so zählen Sie anstelle der 12 nur deren 11 Apostel.

    Der fehlende Apostel auf der Balustrate – Ansicht von unten

  • Weltpremiere in Rom

    Palazzo Bonaparte - nicht zu übersehen ist die grüne kleine Veranda

    Die Versicherungsgesellschaft Generali öffnet den Palazzo Bonaparte an der Piazza Venezia, Ecke Via del Corso. Es handelt sich dabei um den historischen Palast in Rom, der für seinen verglasten grünen Balkon bekannt ist. Maria Letizia Ramolino, die Mutter Napoleons Bonapartes verfolgte durch die Sehschlitze der kleinen Veranda das Treiben zwischen Piazza Venezia und Via del Corso.

    Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wird der Palazzo zu einem neuen Kunst- und Kulturzentrum. In einem der schönsten und wertvollsten historischen Gebäude der Generali werden Ausstellungen, Kultur- und Bildungsveranstaltungen mit besonderem Augenmerk auf Familien und junge Menschen stattfinden.

    Palazzo Bonaparte - ein neues Kulturzentrum und Museum

    Am 6. Oktober bringt die erste Ausstellung «Geheime Impressionisten» mehr als 50 Werke nach Rom von namhaften Künstlern mit den klingenden Namen wie Monet, Renoir, Cézanne, Pissarro, Sisley, Caillebotte, Morisot, Gonzalès, Gauguin und Signac. Sie stammen aus den wichtigsten Privatsammlungen der Welt, sind normalerweise nicht zugänglich und wurden zuvor noch nie verliehen.

    Ihnen wird die Gelegenheit geboten, einer echten Weltpremiere beizuwohnen.

  • Klassische Verabredung im Herzen des antiken Roms

    Klassische Verabredung – das Konzert findet zwischen den Ruinen desTeatro di Marcello statt

    Seit 30 Jahren gibt die archäologische Zone, die das Teatro di Marcello, den Tempel des Apoll Sosiano und den Portico di Ottavia einschliesst, allen Freunden klassischer Musik unter dem römischen Sternenhimmel ein Stelldichein zu den «Concerti del Tempietto». Diesen täglich stattfindenden Konzerten geht um 19:45 eine kurze Führung am archäologischen Schauplatz voraus. Die Musikbreite reicht von der barocken über die romantische bis zur zeitgenössischen Klassik und Jazz. Künstler aus aller Welt sind vertreten und ein Besuch lohnt sich.

    Klassische Verabredung – Klavierkonzert der besonderen Art

    Wo: Tempietto, Via del Teatro di Marcello 44
    Wann: jeden Abend bis zum 28. September 2019 um 20:30
    Wie: Die Karten können für EUR 14.00 / 25.00 / 36.00 vor Ort (so noch vorhanden) oder online gekauft werden.

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